Kreis Heinsberg: Prävention: „Echt dabei — Gesund groß werden im digitalen Zeitalter“

Kreis Heinsberg : Prävention: „Echt dabei — Gesund groß werden im digitalen Zeitalter“

In den letzten Tagen wurde in den Medien über die von der Drogenbeauftragen Marlene Mortler veröffentlichten Blikk-Studie berichtet. Danach gefährdet ein übermäßiger Medienkonsum die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.

Mögliche Folgen, wenn Kinder zu viel Zeit an den Bildschirmen und zu wenig in der analogen Welt draußen und mit Freunden verbringen: geringe Sozialkompetenz, Computerspielsucht sowie Übergewicht und Schulprobleme. Genau da soll das neue Projekt „Echt dabei“ der in Heinsberg ansässigen BKK Euregio ansetzen.

Fußballspielen, auf dem Spielplatz toben oder mit Freunden treffen — das steht bei Kindergarten- und Grundschulkindern hoch im Kurs. Das Präventionsprogramm „Echt dabei — Gesund groß werden im digitalen Zeitalter“ soll bildschirmfreie Freizeitaktivitäten wie diese in Kindergarten und Schule fördern. Bildungseinrichtungen sollen unterstützt werden mit praxisnah aufbereiteten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Anregungen für mehr bildschirmfreie Zeit im Alltag.

Die Idee des Präventionsprogramms: Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrkräfte und Eltern für mögliche Medienrisiken sensibilisieren, einen gesundheits- und altersgerechten Umgang mit den Medien im Elternhaus finden und gleichzeitig medienfreie Freizeitbeschäftigungen stärken.

„Für uns als regionale Krankenkasse spielt die Gesundheitsförderung eine zentrale Rolle. Wenn wir Eltern und Kinder frühzeitig erreichen, Bewegungsaktivitäten und bildschirmfreie Zeiten fördern, legen wir die Grundlagen für eine gesündere Entwicklung der Kinder. Daher ist der ganzheitliche Ansatz von ,Echt dabei‘ genau der richtige“, so Hans-Peter Hilgers, Vorstand der BKK Euregio.

Viele Eltern, Lehrkräfte und Erziehende wissen: Kindern einen sinnvollen und altersgerechten Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln, ist häufig gar nicht so einfach. Deswegen bringt das ­Programm speziell ausgebildete Coaches in Kindergärten und Schulen. Sie beraten die Eltern vor Ort und geben Anregungen für weniger Stress im Umgang mit Medien.

Diplom-Psychologe Dr. Thomas Mößle hat das Präventionsprogramm gemeinsam mit Dr. Paula Bleckmann, Professorin für Medienpädagogik, entwickelt. Beide erklärten: „Unsere Empfehlung beim Thema Mediennutzung ist: Je später desto besser. Viele Eltern fürchten, ihr Kind könnte etwas verpassen oder den Anschluss verlieren, wenn es nicht frühzeitig mit digitalen Medien in Kontakt kommt. Diese Angst ist unbegründet“, so Mößle.

Im Gegenteil: Medienfreie Freizeitbeschäftigungen würden den Vorteil besitzen, dass sie ganz unterschiedliche Sinne ansprechen und häufig auch die soziale Entwicklung des Kindes fördern würden. Häufig würden verschiedene Kompetenzen gleichzeitig trainiert. Zum Beispiel schulen Kinder beim gemeinsamen Spielen neben motorischen Fähigkeiten auch ihre soziale Kompetenz. Ausgestattet mit solchen „echten“ Erfahrungen stünden die Vorzeichen gut, dass Kinder auch im digitalen Zeitalter gesund groß würden.