Präsidenten-Schelte für den RP

Präsidenten-Schelte für den RP

Erkelenz (an-o) - Es lässt sich nicht mehr verleugnen: Der Endspurt zum Höhepunkt der närrischen Zeit hat begonnen. Traditionsgemäß bat der entmachtete Bürgermeister die Tollitäten aus dem gesamten Stadtgebiet mit ihrem Gefolge am Sonntag vor dem Karnevalswochenende in die Burg.

Und Tollitäten aus Erkelenz, Katzem. Kückhoven, Gerderhahn, Golkrath, Lövenich und Venrath wurden mit ihrem Schlachtruf begrüßt. Bürgermeister Erwin Mathissen merkte an, dass der von Ehrenbürgermeister Willy Stein ins Leben gerufene Empfang im kommenden Jahr bereits zum 33. Mal stattfindet.
Das müsse bei aller Sparsamkeit gefeiert werden. Der Hofmarschall der EKG und Stadtarchivar Theo Görtz erhielt auch gleich einen neuen Namen. Er wurde vom "kleinen Bürgermeister" zur "Pappritz von Erkelenz" befördert, weil er auch die protokollarischen Einzelheiten für das Stadtoberhaupt regelt.

Die Präsidenten der einzelnen Karnevalsgesellschaften hatten in ihren Reden dann außer einigen Witzen - nicht abgesprochen - nur ein Thema: die Brauchtumsbuttons für Karnevalswagen und die damit verbundene TÜV-Untersuchung.

Frohsinn verbreiten

Lothar Fischer vom Venroder Wenk machte den Anfang und haderte nicht nur mit dem Mann aus der Hochburg des rheinischen Frohsinns, er machte auch die EKG für den Erlass verantwortlich, hatte sie Roters doch zum Ehrensenator ernannt. Die Folge: Der arme Mann aus Westfalen musste plötzlich lustig sein und Frohsinn verbreiten. Und wenn Beamten sich vergnügen wollen, greifen sie zu Paragrafen und Verordnungen und meinen, das so etwas auch die Karnevalisten in Stimmung bringt.

So wurden die Prüfrichtlinien für Karnevalswagen ersonnen, bei denen sich nur der TÜV die Hände reibt und die Schatzmeister de KGs vor dem Infarkt stehen, weil sie zahlen müssen. Fischer empfahl der EKG, künftige Würdenträger zunächst durch Garden zu jagen, sie stundenlang regungslos im Elferrat hocken zu lassen und sie dann zu Prinzen zu machen.

Zu diesem Thema lieferten auch die anderen Präsidenten ihre Beiträge. Norbert Müschen von den Kückhovener Japstöck nahm sich das Ordnungsamt der Stadt zur Brust, meinte, dort sei man von allen guten Geistern verlassen, und hatte auch schon einen dicken Ordner voll Verhaltensregeln zusammengestellt. Ferdi Kehren aus Golkrath konnte wegen der neuerdings anzumeldenden Teilnehmerzahl beim närrischen Umzug mitteilen: "Das tun wir jedes Jahr im November nach der Session."

Zwischendurch wurde geschunkelt, die Minis aus Katzem zeigten ihr Können, und Karl Mones aus Granterath hatte sogar schon einen Orden mit TÜV-Plakette für den Regierungspräsidenten dabei. Dann zogen alle Jecken zusammen mit Musik und den vielen Gästen zur Stadthalle, wo sich zahlreiche Gesellschaften beim Prinzenbiwak ein Stelldichein gaben.