Erkelenz: Polternder Proll bis sensibler Beobachter

Erkelenz : Polternder Proll bis sensibler Beobachter

Till Hoehender kann auch anders. Das bewies der Parodist und Comidian mit seinem gleichnamigen Solo-Programm im Forum des Erkelenzer Schulzentrums.

Bekannt geworden ist Hoheneder als der Till von „Till & Obel”.

Seine Freude an der frechen Parodie zog sich im Forum durch das gesamte Programm und sorgte immer wieder für Höhepunkte.

Die Parodie, so erläuterte er dem Publikum, sei schon von Kindheit an seine große Leidenschaft gewesen. Entsprechend hätten seine Eltern unter seinen frühen Versuchen „schon ziemlich gelitten”.

Von Heinz Rühmann und Peter Alexander bis Schimanski und Brando als Pate reichte das Repertoire, mit dem er Eltern, Lehrer und Mitschüler gleichermaßen „beglückte”.

Besonders gelungen war auch seine obligatorische Kohl-Parodie, die sich jedoch auf die beiden Worte „Stretch-Jeans” und „Chili Chips” beschränkte.

Phasenweise kamen Hoheneders Pointen etwas schleppend herüber. Zu sehr ähnelten seine Pointen inhaltlich denen jener vielen Comedians, deren ganzes „Konzept” auf der Bühne darin zu bestehen scheint, über ihre Frau, Familie, Freunde oder das Fernsehprogramm der 70er Jahre herzuziehen.

Dabei pendelte er zusätzlich ständig zwischen polterndem Proll und sensiblem Beobachter. Seine derben Wortbilder täuschten nicht über inhaltliche Schwächen hinweg.

Wirklich gut wurde Till bei seiner Spezialität: der Parodie. Ob Grönemeyer, Biolek, Jochen Busse oder Altrocker Mick Jagger - jeder bekam sein Fett weg. Und das Publikum bekam seine Entschädigung für die streckenweise nervende Langatmigkeit.