Erkelenz: Politik für Bau eines Agrarzentrums

Erkelenz : Politik für Bau eines Agrarzentrums

Es ist offensichtlich: Die Kommunalpolitiker in Erkelenz begrüßen den Bau eines Agrarzentrum in der Nähe von Tenholt.

Mit großer Mehrheit quer durch die Parteien bei drei Gegenstimmen empfahl der Bezirksausschuss Erkelenz-Mitte bei seiner gemeinsamen Sitzung mit dem Bezirksausschuss Granterath/Hetzerath den Bau dieses in der Bevölkerung umstrittenen Zentrums.

Weder aus dem Stadtkern noch aus dem für Tenholt zuständigen Bezirksausschuss kamen kritische Stimmen gegen die Empfehlung.

Damit zeigte sich, dass die vorhergehende Bürgeranhörung im Alten Rathaus ohne große Auswirkung auf die Politiker geblieben war.

Allenfalls die Anregung, den Radweg entlang der Bahnstrecke auszubauen und als Alternative zum bestehenden Radweg entlang der Tenholter Straße anzubieten, wurde als Erwägung notiert.

Die Verkehrsgefährdung an der Tenholter Straße, die beim Bau des Agrarzentrums der Raiffeisen-Warengenossenschaft Rhein-Maas (RWG) vornehmlich für Radfahrer und Fußgänger entstehen könnte, war einer der Kritikpunkte, die bei der gut besuchten Anhörung genannt wurden.

Allerdings scheint die Verkehrssituation nach Bau des Zentrums auf dem 5,8 Hektar großen Gelände zwischen Kreisstraße 32, Tenholter Straße und Bahnlinie gegenüber dem Gewerbe- und Industriepark Commerden nach Ansicht der Planer durchaus beherrschbar und ohne größeren Gefährdungspotential.

Höhe der 15 Silos maximal 25 Meter

Allenfalls bei voller Auslastung des Gipco und weiterer Gewerbeansiedlungen zwischen Agrarzentrum und Autobahn 46 müsste der Kreuzungspunkt Tenholter Straße und Kreisstraße überplant werden. Dann müsste dort günstigstenfalls ein Kreisverkehr entstehen.

Wie die Verwaltung bei der Bürgeranhörung anmerkte, habe es nach der ersten Anhörung im Bauamt (die Erkelenzer Volkszeitung berichtete ausführlich) einige Änderungen an der Planung gegeben.

So werde die Höhe der 15 Silos auf maximal 25 Meter festgeschrieben, gebe es verstärkt Anregungen zum Lärmschutz und werde es einen drei Meter hohen Wall mit einer dichten Baumbepflanzung entlang der Kreisstraße geben.

Dadurch soll der Blick von Tenholt auf das Agrarzentrum geschönt werden.

Mit diesen Änderungen gaben sich die kritischen Bürger nicht zufrieden. Sie lehnen das Bauprojekt nach wie vor aus ökologischen und ökonomischen Gründen ab. Auch sehen sie keinen Nutzen für die Stadt Erkelenz.

Ihr Appell an die Politiker, die den Vorhaben bezogenenen Bebauungsplan beschließen müssen, war eindeutig: Nein zum Agrarzentrum.

Die 20 bis maximal 30 Arbeitsplätze, die hier entstünden, entfielen an anderen Stellen, schließlich sei das Zentrum eine Konzentration mehrerer bestehender kleiner Zentren. Auch sei die Verkehrsbelastung nicht gravierend.

Seltene, absolute Spitzenwerte lägen bei 200 Fahrzeugbewegungen pro Stunden. An vier bis fünf Tagen gäbe es eine maximale Anlieferung von 1200 Tonnen Getreide oder Dünger auf ungefähr 40 Transportfahrzeugen.

Die wirtschaftliche Notwendigkeit im ländlichen Raum ist für die RWG unumstritten. Sie hat einen 50 prozentigen Marktanteil beim Handel mit landwirtschaftlichen Produkten.

Im Rat jedenfalls scheint sich eine breite Mehrheit für den Bau des Agrarzentrums zu finden. Über einen alternativen Standort wird nicht nachgedacht.

Auch ist die Frage, was mit den nicht zur RWG gehörenden Agrarzentren im Erkelenzer Stadtgebiet geschieht, in diesem Zusammenhang kein Thema. Darüber machten sich auch die unzufriedenen Bürger bei ihrem Rückzug keine Gedanken.