"Pisa - was nun?"

"Pisa - was nun?"

Brachelen (an-o/rk) - Die Pisa-Studie beschäftigt natürlich auch Jugendliche. Im Pfingstcamp der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ) stellten über 60 12- bis 20-Jährige die Frage: "Pisa - was nun?"

Den ganzen Sonntag lang beschäftigten sich die Jugendlichen mit den Ergebnissen des Schülertests, der gerade hier in Deutschland für Wirbel sorgte, suchten nach Möglichkeiten, angeschlagene Schulsysteme zu verbessern. Dazu mussten sie natürlich erst einmal wissen, welche Länder eigentlich an der Untersuchung teilgenommen haben und wie sie abschnitten.

Erste Überraschung: Die vordersten Ränge im Ländervergleich belegten Staaten, deren Schulsysteme gar nicht unterschiedlicher sein könnten.

Zucht und Ordnung

So zum Beispiel Finnland, wo ein sehr liberales System den Schülern und Lehrern sehr viele Freiräume bei der Gestaltung von Unterricht und Lehrplan lässt. Auf der anderen Seite Länder wie Japan und Korea, die in der Studie Rang 2 und 3 belegten. Hier herrscht strenge Zucht und Ordnung.

In kleineren Gruppen, aufgeteilt nach Kontinenten, berieten dann die Jugendlichen am Beispiel einiger Länder auf ihrem Erdteil, was man besser machen könnte. Sie bereiteten eine Präsentation vor, die dann dem Plenum vorgestellt wurde. Dazu schlüpften die Referenten allesamt in die Rolle von Politikern. Kultusminister aller Länder vereinigt euch.

Durch Vorträge, Plakate und Rollenspiele erläuterten sie die Ergebnisse ihrer Beratung. Auch wenn einige der Vorstellungen kaum realisierbar schienen, so warf sich dem aufmerksamen Zuhörer in vielen Punkten eigentlich nur eine Frage auf: "Das hört sich so einfach an. Wieso wird das nicht einfach so gemacht?" So wurde zum Beispiel ein mehr Praxisorientierter Unterricht gefordert, ebenso wie eine bessere Ausbildung der Pädagogen sowie größeres Mitbestimmungsrecht beim Lehrplan.

Eigentlich sollte das Treffen der Minister ja unter freiem Himmel am Lagerfeuer stattfinden. Doch da machte der Regen einen Strich durch die Rechnung - man zog ein Großraumzelt vor.