Hückelhoven-Brachelen: Pilotprojekt für das Stadtgebiet

Hückelhoven-Brachelen : Pilotprojekt für das Stadtgebiet

„Ja, ja, bei uns ist immer etwas los”, sangen die Kinder des Katholischen Kindergartens St. Gereon zum Vergnügen der vielen großen Gäste.

Und das stimmte in so ziemlich jeder Hinsicht: 1991 erweiterte die Kirchengemeinde das Haus an der Straße Am Klosterberg auf vier Gruppen, 1995 zogen die Jungen und Mädchen in den Neubau ein, 1999 startete der Tagesstättenbetrieb mit Schulkinderbetreuung und nun erfolgte als jüngste Errungenschaft die offizielle Übergabe der neuen heilpädagogischen Gruppe im Beisein von Eltern, Erzieherinnen, Vertretern des Kirchenvorstandes, Bürgermeister Bernd Jansen, der ersten Beigeordneten Angelika Stöcker und des Architekten Stephan Oidtmann.

In der extrem kurzen Bauzeit von fünf Monaten ist ein umfassend ausgestatteter Anbau entstanden. Acht Plätze bietet er für mehrfach behinderte Kinder. Völlig zu recht also wirbt die moderne Einrichtung mit dem Leitgedanken „Unsere Wege führen weiter”.

Trotz der Umbau- und Anbauarbeiten konnte der normale Kindergartenbetrieb während der gesamten Zeitspanne von Juli bis November 2004 aufrechterhalten werden.

Mitten im Sommer kamen die Handwerker, jetzt künden weiße Wattewölkchen an Decken und Fenstern von der verstrichenen Zeit. Auf 210.000 Euro bezifferte der stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Heinz-Josef Schmitz, die Baukosten.

Davon schulterte die Gemeinde rund 57.000 Euro aus Rücklagen, weitere Finanzhilfen steuerten die Stadt Hückelhoven (60.000 Euro) bei, die Kämpgen-Stiftung Köln (40.000 Euro), die Aktion Mensch (50.700 Euro) und die West Energie (2000 Euro).

Schmitz dankte für die Gelder, ohne die das „Pilotprojekt im Stadtgebiet Hückelhoven” nicht zustande gekommen wäre. „Für uns als Kirchengemeinde war es christlicher Auftrag, Leitgedanke und Verpflichtung zugleich, gerade für Kinder mit Behinderung in unserer Einrichtung neue Betreuungsmöglichkeiten zu schaffen”, führte er in seiner Begrüßungsrede aus.

Die Kindertagesstätte trage veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Rechnung, indem sie gezielt Möglichkeiten zur Alltagsbewältigung biete.

Die Leiterin des Kindergartens, Marie-Luise Lischka, erinnerte an dessen Gründung 1869 durch eine Stiftung des damaligen Pfarrers Rademacher für bedürftige Kinder. „Bis heute versuchen wir, diesen Stiftungsgedanken in unserer Arbeit lebendig zu erhalten.”

Mit dem Erweiterungsbau stehe gleichberechtigt Raum für Kinder mit und ohne Behinderung zur Verfügung. Bürgermeister Bernd Jansen betonte im Hinblick auf das Projekt: „Damit konnte der katholische Kindergarten zukunftsfähig und zukunftssicher gemacht sowie Arbeitsplätze erhalten werden.”

Die Einsegnung der neuen Räume nahm Pfarrer Jose Kallupilankal mithilfe einiger Kinder vor. „Ein Traum geht heute in Erfüllung”, so der Seelsorger. Ein symbolischer Akt: Aus den Händen von Architekt Oidtmann nahm die Kindergartenleiterin den Schlüssel zum Anbau entgegen.