Hückelhoven: „Physio-Gott” Helmi knetet Goldfisch Franzi

Hückelhoven : „Physio-Gott” Helmi knetet Goldfisch Franzi

„Physio-Gott Helmi” steht in enthusiastisch geschwungener Handschrift auf dem gerahmten Bild, das an einer der weißen Praxiswände seinen Platz gefunden hat.

„Vielen Dank für alles, und alles Gute”, heißt es weiter, dahinter noch ein dickes Ausrufezeichen. An den Motiven der kleinen Collage lässt sich unschwer erkennen: Die Autorin des ebenso kurzen wie herzlichen Grußes ist Schwimmstar Franziska von Almsick.

Trotz der „himmlischen” Betitelung bleibt Markus „Helmi” Hellmich lieber mit beiden Beinen auf dem Boden. In den Olymp will er lieber nicht, wohl aber nach Olympia. Und dahin kommt der in Diensten des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) tätige Physiotherapeut und diplomierte Osteopath aus Hückelhoven auch. Am 10. August geht´s von Frankfurt geradewegs nach Athen, vier Tage später beginnen die einwöchigen Schwimm-Wettkämpfe.

„Das ist kein Zuckerschlecken”, wagt der 37-Jährige eine Prognose, die auf den Erfahrungen der vergangenen beiden Olympiaden in Atlanta und Sydney gründet - nicht nur für die Sportasse, sondern genauso für ihre medizinischen Betreuer. Um spätestens 7 Uhr beginnt sein Arbeitstag, enden wird er erst spät in der Nacht nach ungezählten Anwendungen. Dazu noch die Hitze und die ständige Anspannung der Athleten. Sechs Stunden Schlaf sind da beinahe schon ein Luxus.

Gar nicht so einfach: In all der Hektik versuchen Markus Hellmich und seine beiden Kollegen Bruno Blum und Steffen Gniesmer stets, die Ruhe zu bewahren. „Wir sind der ruhende Pol in der Mannschaft”, berichtet Hellmich. Gerne dürften sie bisweilen auch in die Rolle eines „Stimmungsregulators” schlüpfen.

Zweimal hat Goldfisch Franzi den Maestro malträtierter Muskeln bereits aufgesucht und war augenscheinlich höchst zufrieden mit dem therapeutischen Erfolg. Andere große Namen des Hochleistungssports fanden ebenfalls den Weg in Hellmichs Praxis an der Neckarstraße in Hückelhoven. Mit einigen Sportlern, die er im Verlaufe seiner 13 Jahre andauernden Tätigkeit für den DSV behandeln durfte, verbindet ihn mittlerweile eine freundschaftliche Beziehung.

Vor allem Wirbelsäulenprobleme rufen den Physiotherapeuten auf den Plan. Das überschwängliche Lob beschwerdefreier Athleten relativiert er allerdings bescheiden: „Unmittelbar vor dem Wettkampf lastet natürlich eine hohe Verantwortung auf uns. Die Macher sportlicher Erfolge sind aber zweifellos die Sportler selbst und ihre Trainer.”

Was ihn immer wieder zu den Olympischen Spielen zieht? Die Frage ist zugleich die Antwort: „Es sind eben die Olympischen Spiele!” Nach wie vor ein überwältigendes Erlebnis: die Eröffnungsfeierlichkeiten mit Einzug aller Mannschaften ins Olympiastadion. Solange der Spezialist seine Arbeit für den DSV mit Familie und Praxis vereinbaren kann, will er weitermachen.

„Ich hab´ ein gutes Team, auf das ich mich verlassen kann.” Aber die zeitweise Trennung von Ehefrau und seinen beiden Kindern Ben (6) und Mia (3) sei schon etwas traurig. Abschied nehmen muss der Familienvater am 4. August. Dann nämlich reist er zum Trainingslager seiner Mannschaft nach Mallorca.