Phantasie-Puppen von den Philippinen

Phantasie-Puppen von den Philippinen

Hückelhoven (an-o) - Darstellungen von Jesus, Maria, Josef und anderen biblischen Personen sind in der Regel sehr detailgetreu. Doch haben sie einen Nachteil. Sie suggerieren dem Betrachter: So hat Jesus ausgesehen. Und nicht anders.

Besonders für Kinder ist dies problematisch - aus einem einfachen Grund: "Wie Jesus wirklich ausgesehen hat, wissen wir gar nicht", so Dieter Wintz, Pastor der Pfarre St. Lambertus. "Die Bibel sagt uns nichts über das Aussehen der Figuren, wohl aber über ihre Charaktereigenschaften, wie beispielsweise: Er war gerecht."

Nur eine Grundform

Deshalb hat sich Wintz etwas Besonderes einfallen lassen, damit die Phantasie bei der Beschäftigung mit der Bibel nicht zu kurz kommt: Puppen. Die zeigen jedoch keine klar gegliederten Gestalten, die genau verraten, wie die Hauptpersonen der Bibel ausgesehen haben. Sie bilden vielmehr Grundformen, die der Vorstellung alle Türen offen halten, wie denn jetzt genau Maria, Josef oder das Jesuskind ausgesehen haben mögen. "Dieser Trend ist auch in den modernen Schüler- und Bilderbibeln zu beobachten", so Wintz.

Nichts wird festgelegt

"Man muss nur einmal die Schülerbibel von 1929 mit einer modernen Kinderbibel vergleichen. Bilder sind für das Verständnis der biblischen Botschaft sehr hilfreich. Es ist jedoch wichtig, dass die Bilder nichts festlegen, was nicht festgelegt werden kann." Deshalb seien auch Bibelverfilmungen "mit Vorsicht zu genießen", so Wintz. Die Puppen lassen der Phantasie eben diesen Spielraum.

Insgesamt gibt es 16 verschiedene Modelle, mit denen in seiner Krippe so ziemlich jede Geschichte aus der Bibel nacherzählt werden kann. Jede einzelne Gestalt kann mit Hilfe simpler Tricks in viele verschiedene Figuren der Bibel verwandelt werden. Dazu reicht oft schon ein Papiertaschentuch.

Gefertigt werden die Figuren auf den Philippinen. Dort betreiben seit mehr als 30 Jahren Karmeliter-Schwestern eine Werkstatt, in der bisher nur Märchenpuppen gefertigt wurden. Die Werkstatt, in der etwa 160 Männer und Frauen arbeiten, liegt in der Nähe eines Lepra-Krankenhauses und bietet den Menschen so die Möglichkeit, bei ihren kranken Angehörigen zu sein und dennoch Brot und Arbeit zu haben.

Feuertaufe bestanden

Die erste Feuertaufe haben die Krippen-Puppen schon hinter sich. Während der Krippenausstellung im Pfarrzentrum Burg waren die Kinder hellauf begeistert von den weichen Figuren. Diese können übrigens ab dem nächsten Jahr bestellt werden. Weitere Informationen dazu gibt es im Pfarrbüro, Tel.:02433 2571.