Hückelhoven: Per Eilbeschluss nur noch in eine Richtung

Hückelhoven : Per Eilbeschluss nur noch in eine Richtung

Die Parkhofstraße in Hückelhoven wird ab Montag, 27. September, zur Einbahnstraße.

Mit diesem einstimmig gefassten Eilbeschluss des Haupt- und Finanzausschusses wollen die Stadtverordneten einem möglichen Verkehrschaos auf der Hauptverkehrsader im Zentrum der Innenstadt nach Eröffnung des Hückelhoven Centers (HC) begegnen. Das HC wird zwar erst am 8. Oktober offiziell seiner Bestimmung übergeben, einzelne Geschäfte wie etwa der Media Markt öffnen aber bereits am 30. September (morgens um 6 Uhr!) die Pforten.

Die Werbegemeinschaft hatte zwischenzeitlich die geplante neue Verkehrsführung grundsätzlich abgelehnt, da man - wie berichtet - erhebliche Umsatzeinbußen in den bisher an der Parkhofstraße angesiedelten Geschäften befürchtet.

Ohne Gegenstimme

Das Möbelhaus Bitter gar befürchtet „eine erhebliche Gefährdung des Unternehmens durch die beabsichtigte Verkehrsführung”. Um den Interessen des Möbelhauses entgegenzukommen, soll der Einfahrradius an der Einmündung der Jülicher Straße in die Haagstraße aufgeweitet werden. Ansonsten, so die Verwaltung in ihrer Beschlussvorlage, den die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses in ihrer Sitzung am Mittwochabend ohne Gegenstimme passieren ließen, sei nicht beabsichtigt, „auf die einzelnen vorgebrachten Argumente der sich zu Wort gemeldeten Anlieger/innen einzugehen”.

Auf die Frage des Grünen-Stadtverordneten Henning Herzberg, ob „dieser Eilbeschluss durch ein Gericht wieder gekippt” werden könne, antwortete die Beigeordnete Angelika Stöcker sibyllinisch: „Im Prinzip ja.” Wie bei Radio Eriwan gebe es allerdings ein gewichtiges Aber: „Es müsste ein Gericht die Angelegenheit auch eilig verhandeln.”

Die 30. Haupt- und Finanzausschusssitzung des Rates war gleichzeitig die letzte in dieser Legislaturperiode. Anlass Bilanz zu ziehen.

Bürgermeister Werner Schmitz freute sich, dass er nicht eine Rüge oder einen Ordnungsruf hat aussprechen müssen. Die Zusammenarbeit sein „konstruktiv und gut” gewesen.

CDU-Fraktionschef Heinz-Josef Kreutzer hatte Blumen für den scheidenden Bürgermeister Werner Schmitz parat: „Sie haben es verstanden, die Verwaltung zu einem modernen Dienstleister zu machen. Mein Dank gilt allen, die im Rat mitgewirkt haben.”

Willi Spichartz bemühte den ehemaligen CSU-Chef Franz-Josef Strauß, um als SPD-Fraktionschef Worte zu finden: „Politik ist was anderes, als wenn Franziskaner Suppe essen”. Auch er dankte Schmitz , ein „vernünftiges Arbeitsklima geschaffen” zu haben und für Fairness im Rat.

Henning Herzbergs Dank als Grüner galt dem„freundschaftlichen Verhältnis zu CDU und SDP, mit denen man sich auch menschlich austauschen konnte.”