Heinsberg-Kempen: PC schon in Grundschule genutzt

Heinsberg-Kempen : PC schon in Grundschule genutzt

Kinder und Computer - ja, spielen tun sie gerne daran, werden Sie sicherlich jetzt denken. Aber Sieben- und Achtjährige, die sich mit der Textverarbeitung in Word auseinander setzen?

Ja, auch die Kinder gibt es. Und sie haben viel Spaß am Computer. 21 von ihnen gingen in die zweite Klasse der Katholischen Grundschule in Kempen und sind im zweiten Schulhalbjahr nach einem neuen Konzept unterrichtet worden. Entwickelt hat es Sarah Sturm aus Karken im Rahmen ihrer schriftlichen Hausarbeit für ihre Zweite Staatsprüfung als Grundschullehrerin. „Computer in der Grundschule: Konzept zur Einführung und Textverarbeitung in einem zweiten Schuljahr” lautet der Titel der Arbeit.

„Computer werden an deutschen Grundschulen überwiegend für Lernspiele eingesetzt”, schreibt die angehende Lehrerin darin. „Ich wollte eine andere, mir sinnvoller erscheinende Richtung einschlagen, den Schülern ein Grundwissen in Textverarbeitung vermitteln und ihnen Grundelemente für die Bedienung eines Computers nahe bringen, auf die sie im Verlauf ihrer Schulzeit immer wieder zurückgreifen und weiter aufbauen können.”

Schon nach kurzer Zeit schrieben die Kinder ihren Klassenkameraden ihre Grüße auf dem PC. In den Osterferien verfassten sie einen Brief mit ihren Ferienerlebnissen. Und am Ende des Schuljahres brachten gleich zwei Kinder Lehrerin Elvira Tholen, die die Klasse verließ, ihre Abschiedsbriefe auf einer Diskette mit.

In acht Doppelstunden wurden die Kinder in die Textverarbeitung eingeführt, im Rahmen einer so genannten Lehrer-Lern-Kette. Zwei Kindern erklärte Sarah Sturm die neuen Aufgaben, die dann im Schneeballsystem von den Kindern immer an zuvor ausgeloste Mitschüler weitervermittelt wurden. Mittlerweile können alle Kinder selbstständig am PC arbeiten.

„Die Sicherheit und Kompetenz, mit der die Kinder den Computer bedienten und die Aufgaben lösten, hat mich angenehm überrascht”, sagt Sarah Sturm. Die Kinder hätten ihre Texte sehr schnell eingegeben, sie auf Rechtschreibfehler überprüft, sich aller erlernten Funktionen bedient und den Computer ganz selbstverständlich als Hilfsmittel benutzt.

„Als Nächstes könnten zum Beispiel Nachschlagewerke oder das Internet eingeführt werden. Das wäre gerade für den Sachunterricht eine große Hilfe. Ich hoffe, dass die Kollegen, die die Klasse jetzt weiterführen, diese Grundlagen für die weitere Computerarbeit mit den Kindern nutzen”, hofft Sarah Sturm.