Heinsberg: Pavel Kukhta gewinnt internationalen Gitarrenwettbewerb

Heinsberg : Pavel Kukhta gewinnt internationalen Gitarrenwettbewerb

Packender kann ein Finale in einem internationalen Gitarrenwettbewerb nicht sein. Am Ende gab es eigentlich nur noch Sieger, die das Publikum zu später Stunde in der Heinsberger Stadthalle bejubelte.

Strahlendster Preisträger unter den fünf Finalisten war der Weißrusse Pavel Kukhta, dem es bei seiner dritten Wettbewerbsteilnahme endlich gelang, sich in der Gunst der Jury ganz nach oben zu spielen. 2011 hatte er es schon ins Finale geschafft und war auch 2013 wieder mit großen Hoffnungen nach Heinsberg gekommen.

In diesem Jahr gelang ihm der Durchbruch mit seiner Interpretation von Werken der Spanier Francisco Tárrega und Antonio José sowie des Kubaners Leo Brouwer, in absolut sauberem Spiel. Den geforderten Kontrast im Vortrag zeigte Kukhta schon in seinem ersten Stück von Tárrega, „The Carnival of Venice“, einem Volkslied, das in Deutschland unter dem Titel „Mein Hut, der hat drei Ecken“, bekannt ist. In ganz unterschiedlichen, überaus anspruchsvollen Spielarten verfolgte er diese Melodie auf seinem Instrument.

Als Sieger des Wettbewerbs freute sich Kukhta unter anderem über ein Preisgeld in Höhe von 4000 Euro, eine Meistergitarre von Masaki Sakurai, eine Armbanduhr von Jaeger-LeCoultre, eine CD-Produktion in den „Laureate Series“ von Naxos und nicht zuletzt über eine ganze Reihe von Konzertengagements, etwa in Fort Worth und Dallas in den USA, in Kiew und Shanghai.

Platz zwei vergab die international besetzte, achtköpfigen Jury an den Franzosen Armen Doneyan. Dritter wurde der Rumäne Mircea Stefan Gogoncea. Er hatte sich als letzter Teilnehmer im Finale in die Herzen der Zuschauer gespielt, vor allem mit seinem letzten Stück, dem Capriccio No 5 von Nicolò Paganini. Das brachte ihm den Publikumspreis ein. Der Preis der Junior-Jury, besetzt mit Schülern der Jugendmusikschule, ging an den Japaner Gen Matsuda. „Das ist ein ganz großer Schritt in meiner Karriere“, sagte Kukhta zu seinem Erfolg. „Ich bin sehr, sehr glücklich!“ Bereits seit 2002 ist der 30-Jährige als Konzert-Gitarrist international unterwegs. Derzeit spielt er als Solist der weißrussischen Staatsphilharmonie und unterrichtet an der Musikhochschule seines Heimatlandes.

Begeistert war er auch dieses Mal wieder von der Atmosphäre der Veranstaltung. „Das hier ist ein großes Ereignis“, sagte er. „Das ist einer der professionellsten Wettbewerbe überhaupt, was die Organisation und die Jury betrifft.“ Der dankte auch Bürgermeister Wolfgang Dieder. „Wer weiß, welchen hohen Stellenwert der Wettbewerb mittlerweile genießt, der weiß auch um Ihre verantwortungsvolle Aufgabe.“ Dann wandte er sich ans Publikum, in dem auch die Gasteltern der 41 Gitarristen saßen, die teilgenommen hatten. „Ohne Sie, liebe Gasteltern, geht es gar nicht!“, sagte er.

Spontan ergriff dann Jury-Mitglied Alfred Eickholt das Wort. Der in Wuppertal tätige Professor für Gitarre und Instrumentaldidaktik ist zugleich Bundesvorsitzender der European Guitar Teachers Association (EGTA), Fachberater des Verbands deutscher Musikschulen und Mitglied des Deutschen Musikrats. „Sie leisten einen Beitrag zur Völkerverständigung“, sagte er den Gasteltern. Er habe Gastfreundlichkeit erlebt in einer Stadt, „die kulturzugewandt und kulturell engagiert ist“, betonte er. „Sie alle haben uns bereichert, indem Sie uns Ihr Können gezeigt und geschenkt haben“, sagte er zu den Musikern. „Jeder Ton, der mit Liebe produziert wird, wird nie vergessen!“ Er sei sicher, dass dieses Engagement auch international gewürdigt werde, sagte er den beiden „Machern“ des Festivals, dem künstlerischen Leiter Roman Viazovskiy und Direktor Theo Krings.

Weiter geht das Festival schon am kommenden Sonntag, 24. Mai, um 18 Uhr, mit einem Konzert in Haus Hall in Hückelhoven-Ratheim. Hier ist die Deutsche Streicherphilharmonie mit ihrem Dirigenten Wolfgang Hentrich zu Gast. Als Solist dabei ist der Gitarrist Marko Topchiy aus der Ukraine, Gewinner des Festivals 2009.