Wegberg: Pater Laetantius: Feuer ist noch nicht erloschen

Wegberg : Pater Laetantius: Feuer ist noch nicht erloschen

Die Geschichte der Wegberger Kirchengemeinde St.Peter und Paul ist eng mit dem Namen Pater Laetantius verbunden. Nun feierte der 71-Jährige sein goldenes Ordensjubiläum. Zur Feier waren viele Gemeindemitglieder, Weggefährten und Gäste zum Festhochamt in der Pfarrkirche erschienen.

Zum Abschluss des Hochamtes betonte der Pater, er sei immer stolz auf die große Anzahl von Messdienern gewesen, die in der Kirchengemeinde tätig sind. Auch den aktiven Liturgiekreis hob er hervor. Im Anschluss an die Messe ging es hinüber in seine alte Wirkungsstätte, das ehemalige Refektorium des Klosters.

Dort versammelten sich viele Gratulanten, die „ihrem” Pater persönliche Glückwünsche und einige „Flachgeschenke” überbringen wollten. Denn anstelle von Geschenken hatte Laetantius um Spenden für Abbé George Rukundos Krankenhausprojekt in Burundi sowie für die neu gegründete Mission in Kamerun gebeten. Für den Kirchenvorstand erinnerte Joseph Grün, dass Pater Laetantius am 15. Mai 1958 sein Treuegelübde gegeben habe, dass dem eine Ehe ähnele.

Pater Laetantius habe nicht nur dem Orden der Kameliter, sondern auch der Gemeinde Wegberg die Treue gehalten. Daher sei das Fest im doppelten Sinne eine „Goldhochzeit”. Grün betonte, dass die Zusammenarbeit immer sachlich und fair gewesen sei. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, in zehn Jahren an gleicher Stelle die diamantene Hochzeit feiern zu können.

Bürgermeisterin Hedwig Klein betonte voller Anerkennung, dass die Begeisterung des Paters für das Wort und die Idee Gottes nach 50 Jahren noch nicht erloschen sei. Sie erinnerte sich auch an die anfängliche Zurückhaltung der Wegberger gegen die rund 30 Niederländer, die nach Wegberg gekommen waren, „um etwas zu bewegen”. Dies sei ihnen auch gelungen, denn der Orden habe überall Spuren hinterlassen.

Am 27. Oktober 1956 seien die ersten drei Patres nach Wegberg gekommen, blickt Pater Laetantius zurück in die Geschichte des Wegberger Karmel. „Der damalige Bischof von Aachen, Johannes Pohlschneider, ein Freund unserer Ordensoberen, hat sie hierher geholt.” Ziel sei es gewesen, ein geistliches Zentrum zu errichten. Von Wegberg aus wurden die Pfarren in Beeck, Rickelrath und Tüschenbroich, später auch in Klinkum und Merbeck betreut.

Zwei Jahre später entstand eine Ordenshochschule. In den Fächern Philosophie und Theologie bereiteten sich die Priesterkandidaten in Wegberg vor. Sechs Jahre hat auch Pater Laetantius dort studiert, „und alle anderen möglichen Sachen getan, denn das Kloster befand sich ja noch im Aufbau.”

Am 1. Mai 1966 kam er als Kaplan an St. Peter und Paul zurück, nachdem er bereits 1964 in Süchteln zum Priester geweiht worden war und in seiner Heimat Hengelo in den Niederlanden seine Primiz gefeiert hatte. Am 1. September 1974 wurde er Pfarrer von St. Peter und Paul. Insgesamt 24 Jahre lang war er zugleich Prior des Klosters. In dessen Blütezeit hatte er dort 34 Mitbrüder, „aber schon in den sechziger Jahren bröckelte es mit dem Nachwuchs”, sagt er.

1964 wurde das Studienhaus nach Mainz verlegt werden. Heute sind sie nur noch zu viert im Wegberger Karmel: Neben Pater Laetantius gehört ihm Pater Franz an, der im selben Haus wohnt, Pater Theodardus, der Pfarrer in St. Valentin Venrath ist, und Pater Theo, Pfarrer in St. Nikolaus Waldenrath.

„Wir haben nicht den Ehrgeiz, uns nach außen hin weiter als Kloster zu bezeichnen, aber tatsächlich sind wir noch eine Klostergemeinschaft”, sagt er. „Eigentlich ist es tragisch, dass hier alles so zusammengeschrumpft ist”, resümiert der Pater.