Erkelenz: Passwort: Nicht zu kurz und schwer zu erraten

Erkelenz : Passwort: Nicht zu kurz und schwer zu erraten

Wie schütze ich meine Passwörter vor Hackern? Welche Software will mich nur ausspionieren? Und was ist ein Trojaner? Jeder weiß: Die Online-Welt ist eine Welt für sich und kann Gefahren bergen. In Erkelenz informierten sich rund 25 „User“ zumeist fortgeschrittenen Semesters darüber, wie sie sich schützen und trotzdem online aktiv sein können.

Eingeladen hatte die Senioreninitiative Erkelenz in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule. Diese beteiligt sich damit erstmals mit einem eigenen Angebot am internationalen „Safer Internet Day“. An diesem Aktionstag werden weltweit die Nutzer der neuen Medien informiert und für den Umgang damit sensibilisiert. Das Angebot richtete sich zunächst vor allem an Kinder und Jugendliche, doch auch die Senioren geraten immer mehr in den Fokus. Und das nicht nur bei den Seminaranbietern, sondern auch bei den Internetkriminellen. Diese vermuten bei der steigenden Zahl älterer Internetnutzer eine ähnliche Naivität wie bei Kindern.

Naiv waren die rund 25 Teilnehmer nicht, die sich zum Seminar ins Kolpinghaus am Franziskanerplatz eingefunden hatten. Ausgestattet mit eigenen Laptops und Tablets konnten sie gleich ausprobieren, was ihnen Dirk Hartmann von der VHS zeigte und vorführte. Unterstützt wurde er dabei von Tanja Kroll und dem IT-Experten Axel Auer. Die Teilnehmer lernten, dass und vor allem wie man bei den Sicherheitseinstellungen den bestmöglichen Schutz gegen Viren und Spionageprogramme finden kann und welche Fußangeln beim Internet-Banking auf sie warten können.

Viele Teilnehmer hatten sich zuvor schon in Computerkursen der Senioreninitiative fit gemacht und so betrat niemand wirkliches Neuland. Einige der Tipps konnten direkt umgesetzt werden. So zum Beispiel die Einrichtung eines sicheren Passwortes. „Ein gutes Passwort sollte nicht zu kurz und zu leicht zu erraten sein“, sagte Auer. Namen von Familienangehörigen oder Orte eignen sich daher nicht. Kombinationen aus Buchstaben und Zahlen sind schon sicherer. Ein kleiner Trick: Das „o“ in einem Wort kann auch durch eine Null („0“) ersetzt werden. Das macht das Passwort sicherer, sofern man sich den kleinen Trick auch selbst merkt.

Ein anderes Thema ist der Internetzugang. WLAN ist zwar praktisch, lädt aber quasi zum Missbrauch ein. „Einen WLAN-Anschluss kann man auch abschalten, wenn man ihn nicht benötigt“, lautete der Rat der Experten. Ansonsten drohe auch, dass bestimmte Anbieter Bewegungsprofile erstellen können. Dass dies passiert, sieht man schon daran, dass auf vielen Startseiten, die man anwählen kann, oft dieselbe Werbung erscheint — zumeist von Seiten, die man schon besucht oder auf denen man etwas bestellt hat. Das sind dann Reaktionen auf Bewegungsprofile.

Stichwort E-Mails: Nicht jede Mail, die mit „Re:“ beginnt ist auch eine Antwort auf eine eigene Mail. Anhänge an solchen Mails sollte man nicht unbedacht öffnen. Denn sie setzen oft sogenannte Spionage-Software auf dem Rechner frei, die erheblichen Schaden anrichten kann. Für die Volkshochschule sei es eine Pilotveranstaltung, erklärte Hartmann. Das Thema sei wichtig, weil gerade im Bereich der älteren Mitbürger die Zahl der Neueinsteiger stark ansteigend sei. Nun müsse der gesunden Neugier ein ebenso gesundes Grundwissen in Sachen Internetsicherheit zur Seite gestellt werden. Denn letztlich sei jeder selbst dafür verantwortlich, was er wem gegenüber von sich preisgibt.