Aldenhoven: Papierindustrie zahlt Schülern Extra-Deutschstunden

Aldenhoven : Papierindustrie zahlt Schülern Extra-Deutschstunden

Wieder einmal ist die Aldenhovener Ganztagshauptschule positiv in die Schlagzeilen gekommen. Dort nämlich ist der Startschuss für die Sprachförderung für Schüler mit Migrationshintergrund im Kreis Düren gegeben worden.

Veranlasser dieses Projekts, das die sprachliche Bildung von Migrantenkindern und damit auch ihre beruflichen Chancen verbessern soll, ist der Arbeitgeberverband der Papier erzeugenden Industrie aus dem Raum Düren, Jülich, Euskirchen und Umgebung.

Matthias Simon vom Arbeitgeberverband erwähnte, dass 15 dem Verband angeschlossene Unternehmen den Betrag von 50000 Euro zur Verfügung gestellt haben, um an den drei Hauptschulen in Aldenhoven, Jülich und Inden insgesamt 60 Migrantenkindern zusätzlichen Sprachförderunterricht zukommen zu lassen.

Zum normalen Unterricht werden sechs ausgesuchte Honorarkräfte diesen Schülern für ein Jahr wöchentlich 15 Stunden zusätzlichen Deutschunterricht anbieten.

In Aldenhoven kommen hierfür 30 Schüler aus den Klassen 8 und 9 in Betracht, die sich freiwillig um die Teilnahme an diesem Zusatzunterricht beworben haben. Mit den Eltern dieser Kinder hat Rektor Frank Röhmer einen Vertrag unterzeichnet, der diese zur Unterstützung in die Pflicht nimmt.

Fünf dieser Schüler ließen sich von den Industrie- und Behördenvertretern interviewen. Die Zusatzförderung, so sagten die Schüler, sei notwendig, um insbesondere grammatikalische Mängel zu beheben. Im mündlichen Bereich hatten diese fünf keine Probleme. Sie alle hofften aber mit der zusätzlichen Hilfe auf einen guten Schulabschluss, von dem sie sich bessere Chancen auf dem Ausbildungsmarkt erwarten.

Das sieht auch der Arbeitgeberverband so. Dessen Vorsitzender Matthias Simon sieht sich in einer bundesweiten Vorreiterrolle und betrachtet das Engagement außerdem als ein klares Bekenntnis zum heimischen Standort.

Die Organisation und fachliche Betreuung des Projekts liegen in den Händen des Schulamts Düren. Kreisdirektor Georg Beyß sprach von einem „Leuchtturmprojekt” und einem nachahmenswerten Beispiel, das auch von Schulministerin Barbara Sommer ausdrücklich gelobt worden sei.

Schulamtsdirektor Lemoine kündigte an, dass das Projekt von Professor Mittermaier vom Pädagogiklehrstuhl der RWTH Aachen wissenschaftlich und mit Ergebniskontrollen begleitet werde.

Einzelheiten über die Aktion, die zurzeit nur Schülern der Klassen 8 und 9 zugute kommt, schilderte Frank Röhmer. Um den Schülern der Klasse 10, die bald in die Arbeitswelt entlassen werden, ebenfalls bessere Chancen zu bieten, durchlaufen diese einen „Crashkurs” in Deutsch. Bürgermeister Emil Frank zeigte sich stolz auf seine Hauptschule, die entscheidend mitverantwortlich dafür sei, dass in seiner Gemeinde Ausländerprobleme auf ein Minimum beschränkt seien.