Pablo Picasso im Kreismuseum

Pablo Picasso im Kreismuseum

Kreis Heinsberg. Nach dem Motto „Warum in die Ferne schweifen” laufen derzeit bei den Museen des Kreises Heinsberg die Vorbereitungen für eine große Ausstellung, mit der Museumsleiterin Dr. Rita Müllejans-Dickmann erneut unter Beweis stellen will, dass es auch im ländlichen Raum möglich ist, mit Erfolg große Kunst zu zeigen.

Vom 1.Mai bis 26.Juni 2005 sollen grafische Werke des Jahrhundertkünstlers Pablo Picasso (1881 - 1973) in Heinsberg ausgestellt werden.

Im Bereich der bildenden Kunst konzentrieren sich die Kreismuseen in erster Linie auf Ausstellungen mit Werken von zeitgenössischen Künstlern aus der Region.

Doch seit 1998, als mit der Ausstellung „Kopf um Kopf” in Heinsberg erstmals hochwertige Exponate weltberühmter Künstler in gebündelter Form präsentiert wurden, bereichern solche Höhepunkte den Museumskalender: Nach Ernst Ludwig Kirchner („Momente des Tanzes” 2001 in Heinsberg) und Andy Warhol („Porträts”, 2002/2003 in Geilenkirchen) soll nun 2005 wiederum in Heinsberg an der Hochstraße Pablo Picasso im Blickpunkt stehen.

Es wird daran gedacht, etwa 20herausragende grafische Werke aus den früheren Phasen des künstlerischen Wirkens von Picasso zu zeigen.

Während seines Lebens durchlief Pablo Picasso verschiedene charakteristische Malstile. Die Blaue Periode dauerte von 1900 bis 1904. Sie zeichnet sich durch den Gebrauch verschiedener Blautöne aus, die den melancholischen Unterton seiner Themen unterstreichen - Menschen von der bitteren Seite des Lebens mit dünnen, halb-verhungerten Körpern.

Sein Malstil während dieser Zeit ist meisterlich und überzeugt sogar diejenigen, die seinen späteren Stil ablehnen. In der kurzen Rosa Periode von 1905 bis 1906 veränderte sich Picassos Stil zu einem freundlichen rosa Ton mit Themen aus der Zirkuswelt.

Zur Verfügung gestellt werden die Exponate dem Kreismuseum aus Privatbesitz. Zur Ausstellung wird nicht nur dank Unterstützung der Kreissparkasse wieder ein Katalogheft erscheinen, auch ein Rahmenprogramm ist geplant: mit Kinder-Workshops, einem VHS-Seminar und Führungen. Eröffnet werden soll die Ausstellung zur Kunsttour in der Freizeit-Region Heinsberg am 1.Mai.

„Kunstunterricht vor einem echten Picasso” lautete eine Schlagzeile 1998 zur Ausstellung „Kopf um Kopf”, als damals unter anderem drei Werke von Picasso in Heinsberg zu sehen waren. Darunter war mit „Le Repas Frugal” (die einfache Mahlzeit) aus dem Jahr 1904 Picassos erste Radierung, das älteste und gleichzeitig wertvollste Exponat der damaligen Präsentation.