Orkan demolierte Windkraftanlage

Orkan demolierte Windkraftanlage

Kreis Heinsberg (an-o) - Ob die Polizei am Abend einen Überblick über die Sturmschäden geben könne, blieb gestern lange unklar: Die Ordnungskräfte hatten selbst ein wenig den Überblick verloren. "Alle Computer sind platt, wir führen eine Strichliste", kam als Auskunft von der Leitstelle.

Die orkanartigen Böen, die über das Kreisgebiet hinweg peitschten, bescherten den Einsatzkräften ein stürmisches Wochenende. Dächer wurden abgedeckt, Bäume umgeknickt; einige stürzten auf elektrische Leitungen und sorgten kreisweit für Stromausfälle.
Die Deutsche Bahn setzte Ersatzbusse ein, um der Kombination aus Sturm und Zeitumstellung nicht zu weit hinterher fahren zu müssen.

Zwei Schäden im Kreis waren dabei besonders spektakulär: Bereits am Samstag Morgen gegen 4.38 Uhr knickte an einer Windkraftanlage (Typ NEG Micon NM 60/1000) im Windpark Holzweiler ein Rotorblatt ab. Dabei fiel die Spitze des beschädigten Rotorblattes zu Boden.
Der Betreiber des Windparks, die Umweltkontor AG, leitete unverzüglich nach Feststellung des Schadens Sicherungsmaßnahmen ein. So wurde mit Unterstützung des Technischen Hilfswerkes die Unfallstelle weiträumig abgesperrt und ein Wachdienst organisiert.

Demontage ist geplant

Der Hersteller NEG Micon setzte ein Service-Team in Bewegung und begann mit der Schadensaufnahme. Zum Zeitpunkt des Unfalls herrschten orkanartige Windgeschwindigkeiten. "Sobald die Windverhältnisse es zulassen, ist eine Demontage des beschädigten Rotors vorgesehen", sagte Umweltkontor-Pressesprecher Andreas Köster gestern.

Wie es zu dem Schaden kommen konnte, ist bisher nicht bekannt. Die jetzt beschädigte Anlage war im Dezember 2000 errichtet worden. Im April 2002 trat bereits ein Schaden an einem Rotorblatt auf. Daraufhin wurden die Rotorblätter abgenommen und im Werk des Herstellers repariert. Ob es einen Zusammenhang mit dem jetzt eingetretenen Schaden gibt, steht, so Köster, zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest: "Diesbezügliche Untersuchungen sind aber bereits eingeleitet worden.".

Der Umweltkontor-Sprecher äußerte sich "überrascht" darüber, dass ein derartiger Schaden auftreten konnte , wies aber gleichzeitig darauf hin, dass auch beim Einsatz einer "derartigen High-Tech-Anlage ein solcher Vorfall nicht 100prozentig ausgeschlossen" werden könne. "Die unverzüglich eingeleiteten Maßnahmen beweisen jedenfalls, dass Umweltkontor über ein gut funktionierendes und schnell reagierendes Störfallmanagement verfügt", so Köster.

Er betont. dass dies der erste Schadensfall für Umweltkontor in dieser Größenordnung bei über 300 Windkraftanlagen, die Strom produzieren, sei.

In Gangelt brach der Sturm das bis dahin weit sichtbare Kreuz von der Spitze der evangelischen Friedenskirche ab. Die Gangelter Wehr musste dann auf die Hilfe ihrer Kollegen aus Geilenkirchen warten, die mit der Drehleiter anrückten, um das abgeknickte Kreuz zu bergen.

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