Ophoven: Ophoven: Neues Krippenspiel ergreifend wie nie

Ophoven : Ophoven: Neues Krippenspiel ergreifend wie nie

Wirtschaftskrise, gedrückte Stimmung, schwindende Besucher? - Nichts von alledem traf auf den 15. Adventsmarkt „Hilfe für krebskranke Kinder” zu.

Das Wetter, wichtiger Faktor einer mit so viel Liebe und Zeitaufwand vorbereiteten Großaktion der Verantwortlichen um Wiljo Caron, spielte glänzend mit. Knapp eine Stunde nach der Eröffnung am Samstagnachmittag wimmelte es von großen und kleinen Besuchern.

Kommunikation und Freundlichkeit heißen die großen Zauberwörter für diesen Markt der Mitmenschlichkeit. An allen Büdchen der gleiche Eindruck: Liebenswerte Gespräche, persönliche Atmosphäre, Herzlichkeit. Verlockende Düfte taten ein Übriges.

Aus den umliegenden Dörfern kommen sie, werden gezielt angesteuert: Die Erbsensuppen-Spezialisten aus Effeld, die Reibekuchen-Bäcker oder die Fischverkäufer von der Waaterkant, die längst in Effeld ihre versierten Helfer angeworben haben.

Gratis dazu erklangen die lustigen Shantees des „Marine-Chores” von der Waaterkant, allerdings vom Band, denn die Blauen Jungs konnten in diesem Jahr nicht anreisen.

Die Beschicker der Essmeile fanden auch diesmal ihr Pendant in der großen Ausstellung für Kunst und Kunsthandwerk.

Spitzenreiter war wieder die Gruppe „Scheifendahl” mit ihren Frottee-Geschenkartikeln. Es ist fast nicht zu glauben, mit welchem ganzjährigen Eifer und mit welch finanziellem Erlös die Gruppe „Scheifendahl” Jahr um Jahr die Kinderkrebshilfe unter die Arme greift.

Das Gleiche lässt sich auch von den 40 Helferinnen und Helfern aus Ophoven und Umgebung sagen, die im Großraumzelt eine Cafeteria mit allein 400 Kuchen bewältigten - und das mit einer Ruhe und Freundlichkeit, die nur noch von der Qualität des Kuchens und duftenden Kaffees übertroffen wurde.

Das Kinderprogramm mit verschiedenen Clowns erfreute nicht nur die Kleinen: Da wurden Kindheitserinnerungen wach. „Lambaer” aus Sittard kommt selber genau so gerne nach Ophoven wie die Kinder zu ihm.

Die Nikolaus-Ausstellung im Saal der Gaststätte Ritterbecks war eine Überraschung selbst für „altgediente” Ophoven-Besucher. Wiljo Caron, Begründer des „harten Kerns” der Ophovener Kinderkrebshilfe und immer noch ihr Motor, sammelte von früher Jugend an Nikoläuse.

Lauter lustige Kerlchen, die sich bewegen und mit ihrem Gesichtsausdruck allein schon Aufmerksamkeit erwecken. Die Ausstellung bei Ritterbecks war anrührend und komisch zugleiche. Der älteste Nikolaus war immerhin schon 50 Jahre alt.

Wesentlich jünger und sehr beliebt war wieder der Markt-Nikolaus mit einer Unzahl von Weggemännchen. Die braven haflinger Pferde und der Markt-Express hatten Hochkonjunktur. Etwas ruhiger war es bei der Verkehrspolizei, die ein kostenloses Foto-Angebot stellte.

Das absolute Highlight aber war das völlig neue lebende Krippenspiel im alten Pfarrgarten. Die immer ein wenig scheppernd klingende Glocke der schönen Wallfahrtskirche rief die Besucher heran.

Erst sechs bis zehn jahre alt waren die kleinen Darsteller: Hirten in wetterfester, rustikaler Kleidung mit großen Schlapphüten saßen am wärmenden Lagerfeuer; die heilige Familie als wirklich arme Leute, die erst eine Herberge in einem verlassenen Stall suchen mussten; die junge Mutter Maria, die ihr Kind Jesus in einem armseligen Lappen hüllen muss - und schließlich die Heiligen drei Könige mit ihren Gaben, deren Bedeutung in kindlich verständlicher Sprache erklärt wurde.

Der kommentierende Verkündigungsengel überstrahlte die Szene, die durch adventliche Lieder zur Gitarrenbegleitung noch überhöht wurde.

Es war - bei aller Schlichtheit - die bisher wohl ergreifendste Darstellung der Weihnachtsszene beim Ophovener Adventsmarkt, bei dem die Mitmenschlichkeit und die Hilfsbereitschaft an erster Stelle stehen.