One-Woman-Show war Spitze

One-Woman-Show war Spitze

Erkelenz (an-o/rath) - Komiker werden heutzutage immer vollmundig angekündigt, manchmal halten sie, was versprochen wird, manchmal nicht. Wenn dann auch noch "Frauenkabarett" auf dem Programm steht, wirdÕs besonders spannend.

Umso mehr, wenn die angekündigte Akteurin Monika Hintsches nicht mal persönlich auftaucht, sondern statt ihrer eine namenlose Hausfrau in altmodischem Hahnentrittkostümchen mit Pott auf dem Kopf und rheinischer Mundart auf den Lippen - na dann... Den über 100 Frauen und Männern in der ausverkauften Leonhardskapelle war allerdings schon nach den ersten Sätzen des Plappermauls in Hahnentritt klar, dass sie hier einer wahren Perle des Kabaretts zuhören durften. Natürlich war das schwadronierende Mitglied der katholischen Frauengemeinschaft Monika Hintsches, auch wenn sie sich nicht outete.

Bekannt, aber pointiert und witzig verpackt

Und sie zog eine über zweistündige One-Woman-Show vom Feinsten ab. Da gab es clevere Tipps der dreifachen Töchter-Mutter, woran frau den geeignetsten Ehemann erkennt. Da wurde tiefsinnig über die unterschiedliche Ausrichtung und Belastbarkeit männlicher und weiblicher Gehirnhälften philosophiert. Alles bekannt, aber sicher selten so pointiert und witzig verpackt, dass auch den mutigen Männern im Publikum das Mitlachen leicht fiel.

Dazu glänzte Hintsches mit einer klasse Stimme, ob komische Versionen bekannter Popsongs oder auch poetisch-melancholischer Lieder. Thematisch mitten aus dem Leben gegriffen, gekonnt zugespitzt, aber nie derb, vulgär oder peinlich - Hintsches traf den richtigen Ton.

Begeistertes Publikum

Das dankte ihr das begeisterte Publikum mit frenetischem Applaus. Die beiden Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Erkelenz, Elke Schmitz und Lilo Zerbe, dürfen als Veranstalterinnen des Abends viel Mut für weitere Aktionen schöpfen, zumal sie in der Pause tatkräftig von Mitstreiterinnen aus der EFA (Erkelenzer Fraueninitiative) im Ausschank unterstützt wurden.