Kreis Heinsberg: Offene Tür lockt viele Besucher ins Tierheim

Kreis Heinsberg : Offene Tür lockt viele Besucher ins Tierheim

Über viele Besucher bei seinem Tag der offenen Tür im Tierheim in Heinsberg-Kirchhoven freute sich der Tierschutzverein für den Kreis Heinsberg.

Neben den schon bekannten Angeboten wie Cafeteria, Informationsstand, Tombola und Trödelmarkt lockten auch im vergangenen Jahr neu eingeführte Programmpunkte wieder zahlreiche Zuschauer an, etwa die Vorführungen der Tierpfleger mit den Hunden aus dem Tierheim. Ihnen hatten die Pfleger zum Beispiel beigebracht, über eine Brücke zu laufen oder durch einen Tunnel zu kriechen.

Zudem erfuhren die Besucher während der Vorführungen so manch interessantes Detail zur sogenannten Hundekommunikation. „Ein Hund, der mit dem Schwanz wedelt, ist noch lange nicht immer freundlich”, erklärte Silke Hohmann, die Vorsitzende des Tierschutzvereins. Wenn er unfreundlich sei, wedle er aber anders. Auch das im vergangenen Jahr eröffnete Kleintier-Gehege war für viele Gäste noch neu.

Fest angestellt sind im Tierheim derzeit vier Pfleger und neu in Teilzeit auch eine Tierärztin, wie Hohmann am Rande der Veranstaltung erläuterte. „Uns wären ansonsten die Kosten explodiert”, sagte sie zum Hintergrund der Entscheidung, selbst eine Tierärztin zu beschäftigen. Darüber hinaus zählt der Verein derzeit rund 750 Mitglieder. „Wir brauchen mehr”, betonte ihre Stellvertreterin Silke Rixgens. Vor allem würden mehr als die derzeit gut 50 aktiven Mitglieder benötigt, die bei Veranstaltungen helfen, Hunde ausführen oder auch Katzen zur Pflege bei sich zu Hause aufnehmen würden.

Große Sorge bereitet den beiden Damen im Vorstand des Tierschutzvereins derzeit vor allem die rapide zunehmende Zahl von Katzen. Für 40 Katzen sei das Heim ausgelegt, 108 habe es derzeit in Obhut, davon allerdings 60 in Pflegestellen. Die Katzen, die ins Tierheim kämen, seien zu meist in einem „miserablen Zustand, zum Beispiel überfahren und mit Beckenbruch”, so Hohmann. „Es wird in Zukunft eine logistische Herausforderung sein, alle Katzen unterzubringen.”

Aus diesem Grund hat sie sich jetzt in einem Schreiben an den Landrat, die Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, an die Bürgermeister und weitere Kommunalpolitiker gewandt und die Bitte geäußert, im Kreis Heinsberg das sogenannte Paderborner Modell einzuführen. So gebe es in der Stadt Paderborn seit zwei Jahren eine Pflicht zu Kastration und Kennzeichnung sogenannter Freigänger-Katzen, erklärte sie. „Wenn man bedenkt, dass eine Katze schon mit sechs Monaten geschlechtsreif ist, sie vier Junge wirft, von denen zwei überleben, potenziert sich das Problem schnell”, hofft Hohmann dafür jetzt auch in diesem Fall auf Unterstützung aus der Politik.