Städteregion: „Ökoprofit“: Gut gegen Umweltverschmutzung und Betriebsblindheit

Städteregion : „Ökoprofit“: Gut gegen Umweltverschmutzung und Betriebsblindheit

Elmar Wiezorek würde sich über zwei Kurzentschlossene freuen. Der Leiter des Fachbereichs Umwelt der Stadt Aachen findet, dass der 100. Betrieb in dieser Runde ein „besonderes Signal“ wäre — und verspricht für die entsprechende Institution sogar ein kleines Extra. „Für den 100. Teilnehmer wird sich die Stadt eine Sonderprämie überlegen“, sagt Wiezorek.

Die Aktion „Ökoprofit“ der Städteregion, an der sich in diesem Jahr zehn Betriebe beteiligen, geht derzeit in ihre neunte Runde. Zusammen mit den 88 Einrichtungen, die in den vergangenen Jahren schon bei „Ökoprofit“ dabei waren, bringt es das Programm mittlerweile auf 98 Teilnehmer. Kein Wunder also, dass Wiezorek die Marke von 100 nun ins Visier nehmen möchte.

Bei „Ökoprofit“ handelt es sich um ein Beratungsprogramm, das Betrieben und Einrichtungen zu einem praktikablen und effizienten Umweltmanagementsystem verhelfen soll. Mit Unterstützung des Landes NRW, dem dortigen Umweltministerium und weiteren Kooperationspartnern könne das Projekt im nunmehr neunten Durchgang wieder angeboten werden, betont Thomas Pilgrim, kommissarischer Umwelt-Dezernent der Städteregion.

Pilgrim führt aus, dass die Wirtschaft ein wesentlicher Verursacher des CO2-Ausstoßes ist. „Dies ist nicht überraschend, bedeutet aber in der Konsequenz, dass die größten Potenziale zur Einsparung von Energie und für mehr Energieeffizienz genau in diesem Sektor liegen“, sagt er. In Fachworkshops und bei Besuchen vor Ort soll den teilnehmenden Unternehmen und Institutionen in den nächsten Monaten viel Wissenswertes zu unterschiedlichen Themen vermittelt werden.

Dabei ist der Nutzen, der durch „Ökoprofit“ entstehen kann, äußerst vielfältig. Wirtschaftsunternehmen, die ihren Ressourcenverbrauch drosseln, entlasten nicht nur die Umwelt, sondern senken auch Betriebskosten. Die Ergebnisse aus acht Runden Ökoprofit in Aachen belegen erste Erfolge: In insgesamt 371 Einzelmaßnahmen konnten bislang mehr als 45 Millionen kWh pro Jahr und weit über 6000 Tonnen Restmüllmengen eingespart werden.

Die einmaligen Investitionen betrugen hierfür 17,4 Millionen Euro, auf der anderen Seite stehen jährliche Einsparungen von 4,4 Millionen Euro. Für Thomas Pilgrim sind die Zahlen ein Indiz dafür, dass es sich lohnt, den Einstieg in das betriebliche Umwelt- und Energiemanagement zu wagen. „Einsparungen zu erzielen ist ein Mittel, konkurrenzfähig zu bleiben“, sagt er. Aus Sicht von Wiezorek bedient das Projekt zudem den sozialen Aspekt, schließlich könne ein ökonomisch effizientes Unternehmen auch zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.

Die teilnehmenden Betriebe in diesem Jahr sind bunt durchmischt, mit dabei ist unter anderem die Firma „Arnoldi Zerspanungstechnik“ aus Herzogenrath. Deren Geschäftsführer ist zwar von der erfolgreichen Entwicklung seines Unternehmens überzeugt, erhofft sich durch die Teilnahme an „Ökoprofit“ aber, die eine oder andere Betriebsblindheit zu beseitigen und Anregungen von ähnlich arbeitenden Betrieben zu erhalten. Während die „CAE Elektronik GmbH“ aus Stolberg unter anderem Energieverbräuche senken will, hofft die „Dahmen GmbH“ aus Alsdorf auf „einige Mitnahmeeffekte“. Die Verantwortlichen des Wasserwerks des Wasserversorgungszweckverbandes Perlenbach betonen, dass es ihnen nicht um eine Auszeichnung gehe, sondern dass sie sich in erster Linie verantwortungsbewusst mit dem Projekt beschäftigen wollen.

Für Dr. Mirco Marke, bei „Ökoprofit“ unter anderem zuständig für die Organisation der Workshops, ist die große Bandbreite an Teilnehmern eine der Stärken von „Ökoprofit“. Es sei branchen- und betriebsgrößenunabhängig, maßnahmenorientiert und zugleich bilanzierbar. In etwa einem Jahr sollen die Ergebnisse gemeinsam geprüft und in einer Abschlussveranstaltung gewürdigt werden.