Heinsberg: Öffnungszeiten und Brot verblüffen US-Boy

Heinsberg : Öffnungszeiten und Brot verblüffen US-Boy

Von Kindesbeinen an hat sich Christopher Fraasch für deutsche Kultur und Geschichte interessiert, nicht nur, weil er deutsche Vorfahren hat, die in Bayern beheimatet sind.

Doch für ihn, dessen Heimat in Kalifornien, USA liegt, war Deutschland stets mehr als nur Bayern. „Dies zu wissen ist etwas anderes, als es tatsächlich zu sehen und zu erleben”, urteilt er nach nunmehr rund zehnmonatigem Aufenthalt und berichtet als Gast von Bundestagsabgeordneten Leo Dautzenberg über seine Erfahrungen.

Seit August letzten Jahres lebt er in der Familie von Anton Oberhaus und Renate Vith in Wegberg-Klinkum. Statt der High School in seiner Heimatstadt San José in Kalifornien besucht er das Maximilian-Kolbe-Gymnasium in Wegberg.

Ermöglicht wurde ihm der einjährige Deutschland-Aufenthalt durch das Parlamentarische Patenschaftsprogramm des Deutschen Bundestags, das inzwischen viele Schüler nutzen. „Leider machen noch zu wenige junge Berufstätige von dieser Möglichkeit Gebrauch”, wie MdB Leo Dautzenberg bei dieser Gelegenheit erneut herausstellte.

Christopher Fraasch jedenfalls hat die Zeit in Deutschland bisher genossen. Sprachprobleme gab es für ihn überhaupt nicht. Inzwischen spricht er nicht nur sehr gut Deutsch, sondern lässt sogar seine Eltern in Deutsch sprechen, wenn er an sie denkt, wie er schmunzelnd berichtet.

Die Schule findet er hier prima, besonders den Arbeitseifer der Mitschüler. Die Noten, eine Eins in Englisch und Sozialwissenschaft sowie vier Zweien, die er mit nach Hause nehmen wird, sprechen da eine klare Sprache. Auch Freunde hat er schnell gefunden, mit denen er vieles unternimmt.

Wenn es ums Essen geht, sind es vor allen Dingen die vielen Brot- und Käsesorten in Deutschland, die ihn spontan begeistern und die er so bisher nicht kannte. Was er vermisst, sind die in Amerika üblichen Ladenöffnungszeiten rund um die Uhr und „Football”, für den der europäische Fußball, den er ebenfalls live erlebte, kein Ersatz sei.

Um die vielen Eindrücke zu dokumentieren, hat Christopher Postkarten gesammelt. Natürlich war er auch bei den Verwandten in Bayern und brachte von dort Bierkrüge als Souvenirs mit. Aachen und Köln hat er ebenfalls besucht, und eine Reise nach Berlin zum Bundestag steht noch auf dem gemeinsamen Programm der amerikanischen Schülergruppe, die derzeit in Deutschland weilt.

Gemeinsam war man außerdem in Weimar. Die kulturellen Unterschiede zwischen Ost und West, Norden und Süden waren eine überraschende Erkenntnis für den amerikanischen Gast. In Zukunft möchte der junge Amerikaner noch mehr Sprachen lernen und sich vielleicht der Politik zuwenden, zunächst allerdings als Studium.