Nur St. Lambertus ist noch im Weg

Nur St. Lambertus ist noch im Weg

Als Fotomontage konnten wir sie schon mehrere Male bewundern, die gewaltige Siloanlage des geplanten Agrarzentrums bei Tenholt, die demnächst der Bördenlandschaft ihr eigenes Gepräge geben wird - um es möglichst neutral auszudrücken.

Ob außer den Augen, wie manche befürchten, auch die Nasen in Mitleidenschaft gezogen werden, sei dahingestellt. Kern des Protestes weiter Teile der Bevölkerung ist die vorausgeahnte visuelle Beeinträchtigung der in ihrer Plattheit so anziehenden linksniederrheinischen Landschaft.

Allerdings scheint die Anti-Silo-Bewegung das Denken in Zeiträumen von Jahrhunderten noch nicht gelernt zu haben, denn sonst würde sie sich etwa das Beispiel der Pyramiden vor Augen halten. Die erheben sich auch seit einigen tausend Jahren aus dem flachen ägyptischen Wüstensand und ziehen, anstatt abzuschrecken ob der Verschandelung der Landschaft, die Touristen in Scharen an und fördern so die Infrastruktur. Oder man denke an den Eiffelturm. Als der 1899 anlässlich der Weltausstellung mehr als 300 m in den Himmel gezogen wurde (was sind dagegen die knapp 30 m hohen Silos?), hagelte es Proteste auch von prominenten Zeitgenossen.

Damit werde das Stadtbild von Paris zerstört; und der einzige Ort, von dem aus man nun noch dieses Panorama genießen könne, sei der neue Turm selber. Vielleicht ist das demnächst auch in Tenholt/Erkelenz so: Wer die ebene Region genießen will, muss auf die Siloanlage steigen. Der ungehinderte Rundumblick wird dann nur noch durch den Turm von St. Lambertus gestört.