Kreis Heinsberg: NRW-Minister Andreas Pinkwart spricht beim Unternehmerforum

Kreis Heinsberg : NRW-Minister Andreas Pinkwart spricht beim Unternehmerforum

Dass sich die Aufgaben von Unternehmern und Politikern zuweilen gleichen, wird deutlich, wenn man Professor Andreas Pinkwart zuhört. Er sagte, dass ein guter Unternehmer selten in seinem Unternehmen sei. Er sollte vielmehr ständig unterwegs sein, bei Partnern, Lieferanten und Konkurrenten.

Nun ist Pinkwart (FDP), der Landesminister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, dafür bekannt, viel unterwegs zu sein. Offensichtlich will auch er wissen, was außerhalb seines Ministeriums in Düsseldorf los ist — und davon profitieren, ganz so wie der gute Unternehmer.

„Permanenter Wandel“

Am Freitag sprach Pinkwart beim Unternehmerforum Kreis Heinsberg, zu dem Wirtschaftsförderungsgesellschaft und Kreissparkasse eingeladen hatten, über „Vernetzung als Erfolgsfaktor“. Ein naheliegendes Thema, wie Pinkwart meint: „Es ist ein typisches Kennzeichen von Unternehmern, dass man sich austauscht.“

Allerdings sei das Geschäft heutzutage auch in dieser Beziehung schnelllebiger geworden. Man könne nicht zu einer Messe fahren, nach Hause kommen, all die Informationen erst einmal sacken lassen und verarbeiten. Gerade die heute so gut wie jeden Wirtschaftszweig durchdringende digitale Welt sei von „permanenter Innovation und permanentem Wandel“ geprägt, sagte Pinkwart.

Für etablierte Unternehmen ist es deshalb wichtig, mit Kindern dieser Zeit, den sogenannten Digital Natives, in Kontakt zu kommen. Das sind Menschen, die mit Computer und Internet aufgewachsen sind. Unternehmer dieser Generation treffe man kaum im Lions Club, bei den Rotariern oder im Unternehmerverband. „Dafür braucht man institutionalisierte Treffpunkte“, sagte Pinkwart. Ein solcher Treffpunkt könne der Coworking-Space Werkbank in Heinsberg sein.

Junge Leute, die man an diesen Orten treffe, seien „unheimlich leistungsstark und kreativ“, sagte Pinkwart. „Aber nur, wenn man sie begeistert.“ Einfach einen Job zu machen, reiche ihnen nicht. Die Werkbank biete einen „netten Rahmen, um auf Augenhöhe unkompliziert“ in Kontakt zu kommen, um vielleicht spielerisch und verdichtet an einem Wochenende ein Thema zu bearbeiten. Dabei könnte mehr oder weniger nebenbei eine Idee oder Lösung entstehen, die ein Unternehmen voran bringt, sagte Pinkwart.

Dass so etwas funktioniert, habe man im Silicon Valley sehr früh erkannt, später in Berlin und mittlerweile auch in Nordrhein-Westfalen. Dass diese neue Form des Arbeitens auch im ländlich geprägten Kreis Heinsberg funktionieren kann, ist für Pinkwart keine Überraschung. Im Umkreis von 60 Kilometern gebe es Forschungszentren, die bundesweit und in Europa „top“ seien. Auch eine Arbeitslosenquote deutlich unter dem Landesdurchschnitt und ein starker Branchenmix sprächen für den Kreis.

Das allein reiche aber nicht, um Uni-Absolventen, die aus dem Kreis Heinsberg stammen, als Unternehmensgründer oder hoch qualifizierte Angestellte in den Kreis zurückzuholen. Man müsse den Kontakt mit solchen Menschen aufnehmen, beispielsweise bei Klassentreffen, und auch bei Faktoren wie Kinderbetreuung ein starkes Angebot machen.