Erkelenz: Noten als das alle verbindende Element

Erkelenz : Noten als das alle verbindende Element

Bei ihrem Konzert im Forum spielte die Gruppe „Quod libet” nicht nur „was ihr gefällt”, sondern auch „mit wem es ihr gefällt”: Drei Gäste machten den Klang noch farbiger mit ideenreich eingesetztem Schlagwerk und fröhlich hüpfenden oder sehnsüchtig schmachtenden Geigentönen.

Sucht man ein Markenzeichen der sechs Musikanten, die seit einigen Jahren unter dem Namen „Quod libet” auftreten, so ist es wohl der „familiäre” Umgang miteinander, mit der Musik und dem Publikum.

In bunter Reihenfolge begeisterten sie ihre zahlreichen Zuhörer auf der stimmungsvoll dekorierten Bühne mit Ohrwürmern klassischer Meister, spritzigen oder sehnsüchtigen schottischen und irischen Liedern und beliebten Popklassikern.

Auf dem Fundament von Gitarren, Bass, Keyboard und Percussion entfaltete sich ein lebendiges Gewebe aus virtuosen Flöten- oder Geigentönen und ausdrucksstarken menschlichen Stimmen in einem dauernden Wechsel. Man spürte die Freude an der schönen Melodie und an übermütigen Verzierungen ganz besonders bei Kathrin Jentgens Umgang mit vier verschiedenen Flöten.

Gelegentlich spontan

Man genoss die irische „fiddle”, in die Nina Leonards ihre Geige gekonnt verwandelte. Man ließ sich immer wieder hinreißen von Gabi Lindholms ausdrucksstarker Stimme und staunte über Helga Kockerols-Eßers Zungenfertigkeit beim Vortrag eines schnellen wortreichen französischen Lieds (über dessen Inhalt man - wie auch bei den englischen Liedern - leider nichts erfuhr).

Auch die „Begleiter” der vier Damen ( Wilfried Vennedey, Olaf Peters, Johannes, Thomas und Sven Jentgens) musizierten phantasievoll, farbenreich, gelegentlich sogar spontan.

Dass eine Hälfte der Truppe zu einer Familie gehörte und die andere aus wirklichen Freunden bestand, blieb kein Geheimnis: Johannes Jentgens moderierte so „familiär” und locker, dass auch das Publikum sich den fröhlichen Musikern im Laufe des langen Abends immer mehr verbunden fühlte, in der Pause dem Wein zusprach, dessen Erlös Familien in der Ukraine zugute kam, und zum Schluss stürmisch nach Zugaben verlangte.