Normal: Zerkarien in Badegewässern

Normal: Zerkarien in Badegewässern

Kreis Heinsberg. Wie kann das sein? Man schwimmt in einem Badesee, der alle EU-Normen für ein sauberes Badegewässer erfüllt, und doch steigt man aus dem Wasser und hat einen juckenden Hautausschlag.

Dann hat man sich eine so genannte Badedermatitis zugezogen. In der jetzigen feuchtwarmen Witterungsperiode kann die Badedermatitis verstärkt auftreten, eine harmlose, aber lästige Angelegenheit.

Hervorgerufen wird die Hautreaktion durch Zerkarien, Larven von Saugwürmern, die bevorzugt im seichten Uferbereich mit Schilf und anderen Wasserpflanzen auftreten.

Normalerweise werden die Zerkarien von Wasservögeln aufgenommen, in denen sie zu Saugwürmern heranwachsen. Deren Eier werden mit dem Vogelkot wieder ins Wasser abgegeben. Bei ansteigender Wassertemperatur schwärmen die Larven aus und können auch Menschen befallen.

„Zerkarien sind in Badegewässern etwas völlig Normales”, sagt Dr. Bernhard Ziemer vom Kreisgesundheitsamt Heinsberg, „denn solange es Wasservögel gibt, wird es auch Zerkarien geben. Das gehört zu Naturseen, dass es dort Vögel, damit auch einen gewissen Eintrag von Vogelkot und den damit verbundenen Zerkarienbefall gibt.”

Das Wasser in den beiden Badeseen des Kreises Heinsberg (Effelder Waldsee und Schwimmbad Kapbusch am Brachelener See) ist dennoch hygienisch unbedenklich. Es wird im 14-tägigen Turnus durch das Gesundheitsamt untersucht und erfüllt in diesem Jahr bislang alle EU-Anforderungen an ein sauberes Badegewässer.