Hückelhoven-Brachelen: Nichts für Baal, 1 Million für Brachelen

Hückelhoven-Brachelen : Nichts für Baal, 1 Million für Brachelen

Unverständnis signalisierendes Kopfschütteln und ungläubiges Geraune auf beiden Seiten des Ratssaales - sehr oft ist das nicht zu beobachten, wenn der Bürgermeister seinen Kurzbericht als einen der ersten Punkte der Ratssitzung abgibt.

Am Mittwochabend war das der Fall, als Werner Schmitz über den Inhalt einer Besprechung mit einem Vertreter der Deutschen Bahn AG berichtete. Es ging um die Modernisierung des Bahnhofes Baal. Und da geht, so der DB-Sprecher, auf Jahre hinaus gar nichts.

Die Erhöhung des Bahnsteiges und die Erneuerung des Daches kann das Unternehmen, das sich bekanntlich anschickt, an die Börse zu gehen, nicht finanzieren. Trotz eines Bundeszuschusses von 400.000 Euro. „Die verbleibenden Kosten von 400.000 Euro wären nach der derzeitigen Finanzplanung der Deutsche Bahn AG bis zum Jahr 2008 nicht finanzierbar”, gab Schmitz den Inhalt wider.

So weit, so schlecht. Was aber die horizontalen Kopfbewegungen der Stadtverordneten herbeiführte, war das, was Schmitz weiter zu berichten hatte: „Die Deutsche Bahn AG wird den Bahnhof in Brachelen mit einem Kostenaufwand von rund einer Million Euro modernisieren und renovieren.” Die Ausschreibungen für diese Baumaßnahme liefen bereits, schon im Sommer könne mit dem Beginn der Bauarbeiten gerechnet werden.

Warum für den weit wichtigeren Bahnhof in Baal null Euro vorhanden, für den in Brachelen aber eine Million lockergemacht werden können, begründet die Bahn AG so: Wegen des maroden baulichen Zustandes des Brachelener Bahnhofs sei dies eine Sanierung, während es sich in Baal lediglich um eine „Serviceverbesserung” handele.