Gangelt: Neues Baugebiet soll Kreuzrath abrunden

Gangelt : Neues Baugebiet soll Kreuzrath abrunden

Die Nachfrage nach Bauland in Gangelt ist nach wie vor ungebremst. Der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde ist dieser Entwicklung mit seinem Beschluss entgegengekommen: Er stimmte der Änderung des Flächennutzungsplanes (Bauland statt Ackerland) zu und brachte den Bebauungsplan Nr. 62 „Wohngebiet Kreuzrath — Im Huuk“ auf den Weg.

Das Areal ist zwei Hektar groß, dort sollen vorwiegend Einfamilienhäuser auf Grundstücken in der Größenordnung von 400 bis 1000 Quadratmeter entstehen. Das Areal dient, wie aus den Ausführungen der Planerin vom Projektmanagement von der Heide hervorging, der Erweiterung beziehungsweise der Abrundung der Ortslage. Planungs- und Erschließungskosten werden von der „Eigentümergemeinschaft Im Huuk“ übernommen, von der die Initiative ausging.

Nach Angaben der Planerin wird es an der westlichen Begrenzung einen begrünten Lärmschutzwall geben, da sich in unmittelbarer Nachbarschaft das Kreuzrather Gemeinschaftshaus befindet.

Hans-Günter Heinen (Freie Wähler) sprach sich gegen den Wall aus, da er der Grund dafür sei, dass die Häuser im westlichen Teil des Baugebietes nicht so hoch gebaut werden dürften. „Dann haben die Hauseigentümer weniger Wohnraum zur Verfügung“, meinte er. Sein Vorschlag: Kein Wall, dafür Dreifachverglasung an den Häusern.

Bürgermeister Bernhard Tholen sah das ganz anders: „Wir haben sicher kein Gemeinschaftshaus gebaut, um es nachher in seiner Funktion zu beschränken. Es ist jedoch sinnvoll, einen möglichen Konflikt von vorneherein zu vermeiden. Fenster mit einer Dreifachverglasung kann man öffnen. Und irgendwann könnte sich ein Anwohner beschweren, dass er bei geöffnetem Fenster durch Lärm belästigt werde. Dann haben wir ein Problem.“ Die Entscheidung fiel einstimmig: Der Wall kommt, und der Bebauungsplan auch.

Ein weiteres geplantes Baugebiet in Kreuzrath, nämlich „Im Kranzfeld“, stand auf der Tagesordnung. Die Beschlussfassung zum Bebauungsplan Nr. 65 muss allerdings noch warten: Zunächst einmal müssen die Bauleitpläne erneut offengelegt werden. Grund: Die Vorhabenträger haben sich bereit erklärt, einen Teil der erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen auf einer externen Fläche zu erbringen.

Da durch die Überplanung der externen Ausgleichsfläche in bisher unberührte Belange eingegriffen wird, müssen die Pläne nochmals öffentlich ausgelegt werden. Der Ausschuss stimmte dem mehrheitlich zu, eine Nein-Stimme kam von den Freien Wählern. Heinen ärgerte sich darüber, dass die Ausgleichsflächen in Feld und Flur einen Nachteil für die Landwirtschaft darstellen: „Bei der Bewirtschaftung der Äcker sind sie, vor allem wenn man die heutigen Maschinen sieht, ein großes Hindernis.“

Karl-Heinz Milthaler (CDU) begrüßte die natürlichen Inseln in der landwirtschaftlich genutzten Fläche, da sie die das Landschaftsbild auflockern sowie Flora und Fauna ein Biotop bieten würden. „Diese Ausgleichsflächen sind ganz in unserem Sinne“, so Milthaler.

Die beiden Windkraftanlagen, die die Stadt Heinsberg bei Laffeld (an der Grenze zu Schierwaldenrath) und bei Waldenrath/Straeten (an der Grenze zu Birgden) plant, seien rechtlich, insbesondere im Hinblick auf das Bundesimmissionsschutzgesetz, nicht zu beanstanden. Dies ergab eine Überprüfung durch das von der Gemeinde Gangelt beauftragte Projektmanagement. Otto von der Heide fasste es vor dem Ausschuss so zusammen: „Das ist alles im gesetzlichen Rahmen. Ich kann Ihnen definitiv nicht empfehlen, nicht zuzustimmen.“

Rainer Mansel (SPD): „Wir sollten durch unsere Zustimmung zeigen, dass es auch partnerschaftlich geht.“ Er spielte damit auf eine zurückliegende Ablehnung Gangelter Rotoren durch die Stadt Heinsberg an. Der Ausschuss sprach sich, bei einer Gegenstimme, für eine positive Stellungnahme der Gemeinde Gangelt im Rahmen des Genehmigungsverfahrens aus.

Die Anwohner des Wirtschaftsweges, in der Verlängerung des Mühlenweges in Breberen müssen sich nicht länger durch verbotswidrig passierende Autos belästigt fühlen. Der Ausschuss beauftragte die Verwaltung, den Wirtschaftsweg so zu ändern, dass nur noch landwirtschaftliche Fahrzeuge ihn befahren können.

(dawin)