Hückelhoven-Millich: Neues Baugebiet bereitet Politikern „Bauchschmerzen”

Hückelhoven-Millich : Neues Baugebiet bereitet Politikern „Bauchschmerzen”

Der grüne Stadtverordnete Dr. Henning Herzberg machte aus seinem Herzen keine Mördergrube: „Ich bin entsetzt!” Er gab seinen Gefühlen öffentlich Ausdruck, als im Bau- und Umweltausschuss erneut über die Erweiterung des Wohngebietes Millich auf der heute noch landwirtschaftlich genutzten Fläche unter der Hochspannungsleitung, über der Gashochdruckleitung und nahe der Autobahn 46 debattiert wurde.

„Wenn man unten eine Induktionsschleife legt, dann brennen da die Lampen”, sagte er und forderte: „Kein Baugebiet an dieser Stelle”. Damit freilich stand er ziemlich allein auf weiter Flur, erhielt Unterstützung lediglich von dem Vertreter der Bürgerpartei.

Christ- wie auch Sozialdemokraten attestierten bei sich zwar ein flaues Gefühl in der Magengegend, aber: „Auch mit Bauchschmerzen müssen wir zustimmen”. Paul Ginnuttis´ Diagnose aus Sicht der SPD deckte sich mit der von Norbert Fister für die CDU-Fraktion. Ginnuttis machte auch die Ursache für die Schmerzen aus: „Wir haben dem Investor vor vier Jahren versprochen, für das Gebiet einen Bebauungsplan aufzustellen, wenn die Infrastruktur in Millich dafür vorhanden ist.” Das, so wurde schon vor Wochen bei der ersten Beratung darüber im Ausschuss festgestellt, sei jetzt der Fall.

„Wenn wir unser Wort nicht mehr halten, kommt demnächst gar kein Investor mehr zu uns”, mutmaßte Ginnuttis. Die Ausweisung des unmittelbar an das vorhandene Wohngebiet Millich bis zur Autobahn 46 reichende Gebiet als Wohngebiet ist indessen auch bei CDU-nahen Bürgern sehr umstritten: „Die Stadt Hückelhoven beabsichtigt nun doch eine Erweiterung des Baugebietes Millich und damit eine vollkommene Kehrtwende gegenüber der noch Anfang 2000 eingenommenen Position”, heißt es in dem Brief eines Hückelhovener Bürgers (Name ist der Red. bekannt), an den CDU-Fraktionsvorsitzenden Heinz-Josef Kreutzer.

Weiter heißt es in dem Schreiben: „Als CDU-Mitglied trage ich dieses Vorgehen keinesfalls mit und bin erstaunt und verärgert darüber, dass diese neue Planung nunmehr quasi im Handstreich und ohne Information von Bevölkerung und Parteimitgliedern sowie gegen den Willen der Parteibasis umgesetzt werden soll.”

Heinz-Josef Kreutzer seinerseits betonte im Ausschuss, dass man dem Investor schon „einschränkende Auflagen” im Bebauungsplanentwurf aufgebürdet habe. Im Übrigen plädierte er dafür, es „dem Markt zu überlassen, was das dort überhaupt hergibt”. Im Klartext: Ob der Investor Kaufinteressenten für die Grundstücke findet.

Mit den Stimmen von CDU und SPD gegen die der Grünen und der Bürgerpartei wurde der von der Verwaltung vorgelegten „Änderung des Flächennutzungsplans und Bebauungsplanes 1.1-057-0” zur Erweiterung des Wohngebietes Millich im Ausschuss zugestimmt.