Erkelenz: Neuer Blickfang für „Gänsewiese”

Erkelenz : Neuer Blickfang für „Gänsewiese”

Das Geschnatter der Gänse, die der Wiese ihren Namen gaben, gibt es schon lange nicht mehr. Die „Gänsewiese” an der Ecke KrefelderStraße/Zehnthofweg bekommt eine neue Funktion.

Dort entsteht derzeit ein Mehrfamilienhaus mit Stehcafe´, das auch schon einen prägenden Namen hat: „Auf der Gänsewiese”. Damit will der Investor Josef Vieten junior seine Verbundenheit zu diesem Projekt und zur Stadt Erkelenz dokumentieren.

„Es ist ein Projekt, mit dem ich mich voll und ganz identifizieren kann”, so Vieten im Gespräch mit unserer Zeitung. „Es wird die Erkelenzer Innenstadt bereichern.”

Der Bau auf der Gänsewiese geht nicht ganz ohne juristische Streitereien ab. Ein Anwohner des Zehnthofweges hat sich gerichtlich gegen den Bürgermeister gewandt und beklagt vor dem Verwaltungsgericht Verstöße gegen den Bebauungsplan, der bereits vor etlichen Jahren verabschiedet wurde.

Grund sind zwei Stellplätze, so Viethen, die nach Ansicht des Klägers zu nahe an dessen rückwärtigen Grundstücksgrenze angeordnet seien und die Erschließung der Stellplätze von der Krefelder Straße aus. Nach dem Bebauungsplan war unter anderem eine Erschließungsstraße von der Gänsewiese zum Zehnthofweg vorgesehen.

Heute sollte vor dem Verwaltungsgericht über diesen Rechtsstreit verhandelt worden, doch wurde vom Anwalt des Klägers um eine Terminverschiebung gebeten.

Jetzt soll die Verhandlung in zwei Wochen stattfinden.

Dessen ungeachtet geht es an der Baustelle weiter. „Dieses Verfahren ist kein Grund, den Bau still zu legen”, meinte Viethen, „wir haben eine gültige Baugenehmigung, an der es keine Zweifel gibt.”

Da es sich bei dem Bau des Mehrfamilienhauses mit elf Parteien um öffentlich geförderten Wohnungsbau handelt, sei der Bauantrag nicht nur von der Stadtverwaltung sondern auch von den Landesbehörden sehr sorgfältig geprüft worden. Immerhin fließen Steuergelder in den Bau.

Der neue Komplex scheint anziehend zu sein. Bei der Stadt hätten sich schon viele Bürger mit einem Wohnberechtigungsschein gemeldet, die gerne auf die Gänsewiese ziehen wollen. „Es gibt aber noch keinen einzigen Mietvertrag”, betonte Viethen. Deshalb könne er selbstverständlich auch nichts über die zukünftigen Mieter sagen.

Bezugsreif würden die Wohnung wahrscheinlich Ende des Jahres. Knapp 15 Monate hat dann die Bauphase gedauert.

Schneller fertig wird das bereits verpachtete Stehcafé in dem Baukörper. Es soll nach Möglichkeit schon im Sommer seinen Betrieb aufnehmen.

In Hinblick darauf, dass das Stehcafé sich in unmittelbarer Nähe zum Schulzentrum mit 6000 Schülern und dem dortigen Omnibusbahnhof soll das Angebot „schülerorientiert” sein.

Man sei „sich der Verantwortung im Umfeld der Schulen sehr bewusst”, so zitierte Viethen aus einem Telefonat mit dem Pächter.