Erkelenz: Neue Wege bei der Berufswahl beschreiten

Erkelenz : Neue Wege bei der Berufswahl beschreiten

Kurz vor den Weihnachtsferien blieben einige Klassenräume an der Gemeinschaftshauptschule Erkelenz leer.

Der Grund: Die 136 Schüler der neunten Klassenstufe waren zu einem Exkursionstag aufgebrochen.

An acht verschiedenen Ausbildungsstätten informierten sich die Schüler hautnah über Berufsbilder vom Schreiner bis zur Kindergärtnerin.

Die Anlaufstellen der einzelnen Schülergruppen waren unter anderem das Hermann-Josef-Krankenhaus und das Hermann-Josef-Stift in Erkelenz, die Kreishandwerkerschaft in Terheeg und die RAG Bildung GmbH in Hückelhoven.

„Wie sieht ein typischer Tagesablauf in Ihrem Beruf aus?”, lautete eine Frage, welche die Jugendlichen den Ansprechpartnern vor Ort stellten.

In der Vorbereitung auf die Besuche hatten die Schüler einen eigenen Interview-Fragebogen erstellt. „Ich hätte ja nie gedacht, dass eine Kindergartenerzieherin so einen stressigen Tag hat”, bemerkte Raquel aus der Klasse 9a am Ende des Besuches in der Kindertagesstätte Adolf-Kolping-Hof in Erkelenz.

Der Exkursionstag ist ein wichtiger Bestandteil von „Youth in World Practice”.

Das pädagogische Projekt läuft bereits seit September 2001 an der Gemeinschaftshauptschule. Seither kommen jede Woche pädagogisch geschulte Projektmitarbeiter der Universität Köln und des gemeinnützigen Vereins PFEIL (Pädagogik für Erleben, Initiative und Lernen) nach Erkelenz.

Gemeinsam mit den Schülern der jetzigen neunten Klassenstufe erkunden sie die Grundlagen von Arbeit und Wirtschaft in der Region durch Projekttage, fächerübergreifenden Unterricht und Betriebspraktika.

„Unser Ziel ist es, mit Jugendlichen neue Wege in der Berufsvorbereitung zu gehen”, bekräftigt Dr. Michaela Emmerich, die Projektkoordinatorin von PFEIL. „Gemeinsam mit den Jugendlichen möchten wir berufliche Perspektiven in globaler Verantwortung erarbeiten.”

Im Oktober 2003 besucht eine Schülergruppe aus Erkelenz im Rahmen eines mehrwöchigen Auslandpraktikums die Insel Kreta. Die Jugendlichen können dort interkulturelles Lernen hautnah erfahren, wenn sie mit griechischen Altersgenossen lernen und arbeiten werden. Der Blick über den Tellerrand soll die Jugendlichen stärken für den Übergang von der Schule ins Berufsleben.

Im Sommer 2004 steht dieser wichtige Lebensabschnitt für die meisten Schüler an. In dieser Abschlussphase leisten die Projekt-Mitarbeitern von „Youth in World Practice” eine wichtige Hilfestellung: Sie helfen den Jugendlichen ihren Platz im Arbeitsleben zu finden.