Neue Starthilfe für Existenzgründer

Neue Starthilfe für Existenzgründer

Kreis Heinsberg. Die „Erfolgsstory” im Bereich des Handwerks soll nun in den strukturschwachen Gebieten des Landes, also auch im Kreis Heinsberg, auf die gesamte Wirtschaft übertragen werden.

Nach dem Muster der Meistergründungsprämie nämlich hat das NRW-Wirtschaftsministerium die Gründungsprämie konzipiert, bei der Existenzgründer einen Zuschuss von 10 000 Euro erhalten.

Wichtigste Voraussetzungen: Es muss sich um eine Vollexistenz handeln, und es müssen Arbeitsplätze geschaffen beziehungsweise gesichert werden. Die Landesregierung will für das neue Programm bis 2006 jährlich zehn Millionen Euro bereit stellen.

Gefördert wird die Neugründung oder Übernahme eines Betriebes oder eine Beteiligung daran. Dabei kann das Unternehmen im Handwerk und im Industrie- oder Handelssektor tätig sein, aber auch in den Bereichen Dienstleistung oder freie Berufe.

Handwerkliche Jung-Unternehmer können künftig also zwischen der bisherigen Meistergründungsprämie und der Gründungsprämie wählen. Das neue Programm hat nicht die begrenzende Bestimmung, dass die Meisterprüfung beim Start in die Selbstständigkeit erst drei Jahre (bei Männern) beziehungsweise fünf Jahre (bei Frauen) „alt” sein darf, es macht aber genauere zeitliche Vorgaben zur Besetzung der Arbeitsplätze.

Qualifikationen und Berufserfahrung verlangt

Die neuen Unternehmen müssen ihren Sitz im Ziel-2-Gebiet oder in den so genannten Auslaufgebieten haben. Von den Gründern verlangt das Land ausreichende fachliche und kaufmännische Qualifikationen oder entsprechende Berufserfahrung. Sie müssen zudem eine Existenzgründungsberatung besucht haben.

Wer die neue Gründungsprämie erhalten hat, muss drei Jahre später nachweisen, dass er Mitarbeiter über zusammengerechnet 24 Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt hat. Mini-Jobs gelten dabei nicht, wohl aber Teilzeitstellen. Ein neuer Ausbildungsvertrag wird mit zwölf Monaten angerechnet.

Ein erster Arbeitsplatz muss bereits nach einem Jahr nachgewiesen werden. Betriebsübernehmern wird auferlegt, die vorhandenen Stellen mindestens zwölf Monate lang zu sichern.

Informationen über das Förderprogramm gibt es bei der Handwerkskammer, bei der Industrie- und Handelskammer oder bei kommunalen Wirtschaftsförderungseinrichtungen sowie auf der Internet-Seite www.gruendungspraemie.de.

Mit der Abwicklung der Prämie hat das Land die Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks (LGH) beauftragt, die durch die Betreuung der Meistergründungsprämie NRW schon über große Erfahrungen auf diesem Gebiet verfügt. Die LGH kann mit dem neuen Programm erstmals auch außerhalb des Handwerks tätig werden.

Von der neuen Existenzgründungsprämie können im Kreis Heinsberg Gründungsvorhaben in Erkelenz, Geilenkirchen, Heinsberg, Hückelhoven, Übach-Palenberg, Wassenberg und Wegberg-Wildenrath profitieren. Die Prämie muss vor der Gründung über eine zugelassene Kontaktstelle für das Programm beantragt werden. Anlaufstelle im Kreis Heinsberg ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg.

Dort erhalten Interessenten unter 02452/13-1826 auch weitere Informationen zu Antragsberechtigung und notwendigen Schritten. Den Start des neuen Programms nimmt die WFG zum Anlass, in einer Veranstaltung am 13. Mai von 15 bis 17 Uhr im Gründer- und Service-Zentrum Hückelhoven (Medienraum, Haus 5) darüber ausführlich zu informieren und Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität von Existenzgründungen vorzustellen. Anmeldung: 02452/13-1810.