Navigation mit Satellitenhilfe zentimetergenau

Navigation mit Satellitenhilfe zentimetergenau

Kreis Heinsberg. In Selfkant-Höngen ist eine neue Referenzstation des Satellitenpositionierungsdienstes der deutschen Landesvermessung (SAPOS) offiziell in Betrieb genommen worden.

Mit Hilfe dieser Station kann jeder bei entsprechender Ausrüstung seinen Standort exakt in einer Landkarte, einem Stadtplan oder in digitalen Datenbeständen von Geographischen Informationssystemen (GIS) bestimmen, und dies schneller, präziser und wirtschaftlicher, als es bisher möglich war.

Die neue Referenzstation des SAPOS-Dienstes ist in Kooperation mit dem Vermessungs- und Katasteramt des Kreises Heinsberg und der Gemeinde Selfkant durch das Landesvermessungsamt NRW errichtet worden. Sie ist auf dem Dach der Hauptschule in Höngen installiert worden. Den Platz zur Aufstellung des Betriebsschrankes stellte die Gemeinde zur Verfügung.

Das Vermessungs- und Katasteramt führte alle erforderlichen Vorarbeiten wie den Blitzschutz oder den Bau und die Montage des Antennenmastes durch, um anschließend mit dem Landesvermessungsamt die eigentliche Referenzstation zu installieren.

Flächendeckend

Mit der Inbetriebnahme von Deutschlands westlichster Referenzstation wurde somit der flächendeckende Betrieb von SAPOS in NRW durch insgesamt 26 Stationen ermöglicht.

Die Referenzstation des Satellitenpositionierungsdienstes nutzt und ergänzt das US-amerikanische Global Positioning System (GPS), ein weltweit verfügbares militärisches Satellitennavigationssystem. Zivile Nutzer können mit GPS ihre Position mit einer absoluten (das heißt auf den Erdmittelpunkt bezogenen) Genauigkeit von etwa zehn Metern bestimmen.

Für die Navigation auf hoher See oder im Flugverkehr mag diese Genauigkeit genügen, im lokalen Bereich jedoch, etwa zur Navigation im engmaschigen Straßennetz der Städte oder für Vermessungsarbeiten reicht das nicht aus. Durch Anbringen von Korrekturdaten, die von der SAPOS-Referenzstation in Höngen ermittelt werden, wird die Genauigkeit um ein Vielfaches gesteigert.

Dieses Verfahren wird als Differentielles GPS (DGPS) bezeichnet. Als kundenorientierte Dienstleistung werden die DGPS-Korrekturdaten über Mobiltelefon, Rundfunk oder das Internet zur Verfügung gestellt.

Je nach gerätetechnischem Aufwand auf Seiten des Nutzers kann damit die räumliche Position mit Meter- und Zentimetergenauigkeit sofort vor Ort erzielt werden.

In Echtzeit

Metergenaue Standortbestimmungen in Echtzeit werden beispielsweise für Verkehrsleitsysteme bei Polizei, Feuerwehr oder Rettungs- und Sicherheitsdiensten gefordert. Einsatzfahrzeuge können hier aufgrund der exakt ermittelten Positionen von einer Zentrale aus schnell, sicher und wirtschaftlich geführt werden.

Auch wird die automatisierte Ortung von raumbezogenen Daten im Umweltschutz (Umweltkataster, Klärschlammverbringung) und in der Landwirtschaft (Erfassung der Erntemengen, Minimierung von Dünger und Herbiziden) vorangetrieben.

Navigationssysteme, bei denen in Fahrzeugen der aktuelle Standort vor dem Hintergrund einer digitalen Landkarte beliebigen Maßstabs dargestellt wird, sind bereits Alltag. Die metergenauen DGPS-Korrekturdaten werden über die UKW-Sender des WDR bereitgestellt.

Informationen

Die Korrekturdaten der zentimetergenauen Verfahren kann jeder gegen einen geringen Kostenbeitrag für präzise Vermessungsaufgaben nutzen, beispielsweise für Ingenieur- beziehungsweise Bauwerksvermessungen.

Besonders die Geographischen Informationssysteme (GIS) von Energieversorgungsunternehmen und Leitungsbetreibern (Gas, Wasser, Strom) können wirtschaftlich mit dieser Technik bearbeitet werden.

Nähere Information erteilt das Landesvermessungsamt NRW, Postfach 205007, 53170 Bonn, Tel.0228/8462110. Die Internetadressen: http://www.lverma.nrw.de und http://www.saposnrw.de .