Düsseldorf/Heinsberg: Närrisches Gipfeltreffen lässt Polit-Tempel beben

Düsseldorf/Heinsberg : Närrisches Gipfeltreffen lässt Polit-Tempel beben

Ein wenig ists schon wie ein Schlag in den Magen. „Ävver mer sent jo tolerant”, sah Eschweilers Tollität Wolfgang I. wie auch sein Öcher Pendant Marcus großzügig darüber hinweg, mit Düsseldorfer Helau statt mit gewohnten Alaaf empfangen zu werden.

Die beiden Narrenherrscher waren zwei von 16 aus dem ganzen närrischen Land, die am Montag den Düsseldorfer Landtag gehörig auf den Kopf stellten. Mit von der Partie waren auch Tollitäten aus Alsdorf und Erkelenz, Heinsberg und Niederzier.

Landtagsvizepräsident Dr. Helmut Linssen war charmanter Gastgeber des närrischen Gipfeltreffens, das Majestäten und Tollitäten, Prinzessinnen und Prinzen, Bauern und Jungfrauen, Fußvolk und Würdenträger im Polit-Tempel am Rheinufer zusammenführte.

Dabei zeigte er sich gleich bei der Begrüßung als versierter Büttenredner, der die Gelegenheit nutzte, den politischen Gegnern munter eins auszuwischen: „Rot-grün probiert immer dieselbe Masche: den lustvollen Griff in des Bürgers Tasche!”, reimte Linssen, während sich die närrischen Hundertschaften über Alt und Kölsch, Flöns und Mett, saure Gurken und Heringsröllchen hermachten.

Gemeinsam mit Linssen führte der Vorsitzende des Mönchengladbacher Karnevalsverbands, Bernd Grothe, assistiert von Alsdorfs Festkomitee-Präsidenten Toni Baumanns, durchs bunte Programm.

Die beiden waren es auch gewesen, die den Anstoß zu diesem Empfang gegeben hatten, der seit acht Jahren Kreise zieht. Alsdorfs Prinz Jürgen IV. zeigte sich als flotter Rapper und Büttenredner, den aber das gleiche Problem plagte wie seine Kollegen: „Als Linssen hier eben Helau rief, kam ich mir vor wie ein Gladbach-Fan im Bayern-Stadion. . .”

Das Erkelenzer Prinzenpaar Reinhard und Christa schickte seinen Feldkaplan an die närrische Front: Jürgen Frisch berichte vom Leben als Kaplan auf dem Land, ehe Aachens Tollität Marcus mit tanzfreudigem Hofstaat dem begeisterten Publikum zeigte, was er gesanglich drauf hat. Und auf seinen Hit „Vür hant jo ömmer joe Senn” ließ er in einer gekonnten Saxofon-Einlage the saints go marchin in.

Etwas fürs Auge hatte Niederziers Prinzenpaar Manfred und Sabine im Gepäck: Die Tiger, Geparden und Zebras der Tanzgruppe lieferten eine furiose Show, ebenso wie die tanzenden Vampire, die Michael I. und Anja aus Heinsberg mitgebracht hatten.

Den gelungenen Schlusspunkt setzte Alsdorfs vielfach ausgezeichnete Marie Monika Maischak mit einem atemberaubenden Tanz. Zuvor hatte Wolfgang I. alle für Rosenmontag nach Eschweiler eingeladen: zum viertgrößten Zug der jecken Republik.