Geilenkirchen: Närrischer Wettkampf in den Fluten der Wurm

Geilenkirchen : Närrischer Wettkampf in den Fluten der Wurm

Den subtropischen Temperaturen von rund 37 Grad war es wohl zu verdanken, dass am Samstag nur rund 5000 Schaulustige zum Badewannenrennen an die Wurm pilgerten, etwa halb so viele wie im Vorjahr.

Zwischen den üblicherweise beschaulichen Orten Würm und Flahstraß war wieder einmal der Bär los. Die vor nunmehr elf Jahren ins Leben gerufene Badewannen-Gaudi ist mittlerweile zum Ereignis mit Kult-Status avanciert und hat sich zu einer publikumswirksamen Dreistunden-Veranstaltung im Kreis Heinsberg entwickelt.

Während die Menschenmengen noch den Wurmweg in Richtung Start oder Ziel schlenderten, bereiteten sich die ersten Teams mental auf die wilde Flussfahrt vor. Einige beäugten misstrauisch das sanft dahin plätschernde Flüsschen, das schon bessere Zeiten erlebt hat - was die Wassermenge betrifft.

Die regenfreie Zeit der vergangenen zwei Wochen hatte dazu beigetragen, dass der Wasserpegel einen Tiefststand verzeichnete und überall einige Steinbrocken herausragten. Da drohte die Fahrt für besonders schwere oder große Boote schon kurz nach dem Start zu scheitern, vom Überwinden der drei Stromschnellen ganz zu schweigen.

Doch erstaunlicherweise kamen später fast alle Boote ganz gut durch, viele mussten allerdings ein paar Mal angeschoben werden. Rund 60 Teams gingen mit kunstvoll umgebauten, leicht modifizierten oder schrill-schrägen „Schwimmkörpern” an den Start. Das Drumherum ist nicht selten entscheidend für das Ankommen im Ziel, wobei Badewannen manchmal auf den ersten Blick nicht als solche zu erkennen waren. Das war auch nicht unbedingt Pflicht, aber dennoch musste jedes Floß, Boot oder Schiff auf Grundlage einer Badewanne fabriziert sein, beziehungsweise eine solche irgendwo beinhalten.

Nadine Losse aus Geilenkirchen feierte zusammen mit ihren Freundinnen Sonja Bernhard, Claudia Kohnen und Anja Mülstroh ihren Junggesellenabschied im „Piratenschiff” auf der Wurm. Das Jugendheim Süggerath war mit drei Booten und 30 Jungs wie Mädels am Start. Der TSV Geilenkirchen brachte ein halbes Dutzend nette junge Damen „zu Wasser”.

Als Basis der Schwimmgeräte waren Surfbretter die bevorzugten Utensilien, denn diese verhindern oft das bei den Zuschauern beliebte Kentern der Badewanne. Dann sind da noch Plastik- oder Stahlfässer jeglicher Couleur und Größe, die als Stabilisatoren unersetzlich scheinen.

Alle teilnehmenden Badewannenkapitäne waren froh, wenn sie die drei markanten Stromschnellen einigermaßen trocken überstanden hatten und heil am Ziel in Flahstraß ankamen.

Siegesprämien gab es beim anschließenden Burgfest in und um Haus Honsdorf übrigens nicht nur für den Erstplatzierten.