Aachen: Nach der ZAB ist vor der Bewerbung

Aachen : Nach der ZAB ist vor der Bewerbung

Nach der ZAB ist vor der ZAB. Carola Schwambera jedenfalls sinniert bereits über Vorhaben für die kommende Auflage, bereichert durch die Erfahrungen der am Freitag abgeschlossenen. „Besonders positiv war, dass mehr Schüler gemeinsam mit ihren Eltern gekommen sind”, resümiert die Organisatorin der dreitägigen, von unserer Zeitung und den Berufskollegs der Städteregion ins Leben gerufenen Berufsmesse.

An den Vormittagen haben überwiegend Schulklassen den Weg ins Aachener Eurogress gefunden, und natürlich begrüßt Schwambera voll und ganz, dass die Messe auch bei den Pädagogen der Region angekommen ist. „Viele Schüler fühlen sich dann aber eher wie auf einem Wandertag. Es muss klar sein, dass es um ihre Zukunft geht.” So hätten die Gespräche an den Nachmittagen - geführt im Beisein der Eltern - sich tendenziell ergiebiger gestaltet.

„Das kann ich so unterschreiben”, bekräftigt Jürgen Geidel, der bei der ZAB (kurz für „Zukunft, Ausbildung, Berufswahl”) den Aachener Energieversorger Stawag vertreten hat. Am zweiten Messetag war er selbst mit seinem 15 Jahre alten Sohn zwischen den 116 Ausstellern unterwegs. „Die jungen Leute wissen oft mit den Schlagworten nichts anzufangen”, so der Eindruck des Ausbildungsleiters. „Die Eltern können da eher die richtigen Fragen stellen.” Nicht selten würden aus diesen Gesprächen Bewerbungen, die später bei der Stawag auf den Schreibtisch flattern. Nach der ZAB ist vor der Bewerbung.

Das gilt insbesondere für die jungen Leute, die gleich gegenüber von Geidels Messeparzelle Luise Clemens aufgesucht haben. Normalerweise ist sie für das städtische Projekt „Apropos” unterwegs, um in Kooperation mit Unternehmen neue Ausbildungsplätze zu schaffen. Bei der ZAB hat sie gemeinsam mit ihren Kolleginnen einen Bewerbungsmappencheck mit Hand und Fuß angeboten.

Häufige Tipps für die zukunftsweisenden Schreiben: Möglichst wenig Haut auf dem Foto oben („Schulterfreie Tops gehen gar nicht”), möglichst keine Rechtschreibfehler im Text darunter („Lieber einmal zu oft gegenlesen lassen als einmal zu wenig”). Und vor allem: „Eine Bewerbung schreibt man nicht an einem Tag.” Mit den so „getunten” Mappen ist nach der ZAB vielleicht sogar vor dem Vorstellungsgespräch.

Zugleich Aussteller und Mitwirkender waren Florian Kramer und das von ihm geleitete RWTH-Projekt Vibelle. Die Zielgruppe des Diplom-Psychologen: Gehörlose. Diese konnten erstens einen der Gebärdensprachdolmetscher aus dem Vibelle-Team „ausleihen” und sich unter die Besucher - insgesamt waren es an den drei Tagen rund 13000 - mischen. Und sich zweitens über das „Informations- und Lernportal von Gehörlosen für Gehörlose” selbst informieren. Bei ZAB Nummer 13 will Kramer wieder dabei sein.

Als die Besucherströme im Eurogress allmählich zum Erliegen kommen, befindet Carola Schwambera sich bereits in Gesprächen für das kommende Jahr: „Aussteller, die sich vormerken lassen wollen.” Nach zwölf Jahren hat die ZAB sich bei vielen Unternehmen und Hochschulen der Euregio zur Pflichtveranstaltung gemausert.

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