Muss sogar das eine oder andere Heim geschlossen werden?

Muss sogar das eine oder andere Heim geschlossen werden?

Kreis Heinsberg. Für eine Planungssicherheit würden verlässliche Zusagen gebraucht. Auch im Sinne der Verlässlichkeit den Eltern und Jugendlichen gegenüber sei dies wichtig, betonte Walter Plum vom Geilenkirchener Jugendheim „Newcom”.

Anlass für dieses Gespräch war die drohende Schließung der Regionalstelle in Heinsberg.

Sorgenvoll

Da durch die Schließung eine wichtige Einrichtung für die Kinder- und Jugendarbeit wegbrechen würde, blicken die Mitarbeiter der katholischen Jugendheime sorgenvoll in die Zukunft. Aber dies sei bei weitem noch nicht alles, denn wenn die Schließung umgesetzt werde, sei auch denkbar, „dass das eine oder andere Heim geschlossen werden müsste”, verdeutlichte Pfarrer Michael Krosch aus Hückelhoven den Ernst der Lage.

Das wäre schlichtweg eine Katastrophe, werde doch gerade in den Jugendheimen eine intensive und konstruktive Kinder- und Jugendarbeit geleistet. Für diese Arbeit sei die Regionalstelle als „Mittler” zwischen den zahlreichen Parteien von größter Bedeutung, erklärten Pfarrer Michael Krosch, Walter Plum aus Geilenkirchen und Klaus Wolter vom Wegberger Jugendheim „de Schuer” von der Trägerkonferenz der „Kleinen Offenen Türen” (KOT) im Kreis Heinsberg.

Diese Trägerkonferenz vertritt die „Kleinen Offenen Türen” in St.Lambertus Hückelhoven, St.Lambertus Erkelenz („Katho”), St.Peter und Paul Wegberg („deSchuer”), St. Maria Himmelfahrt Geilenkirchen („Newcom”), St. Gangolfus Heinsberg („Brücke”) sowie die Teiloffene Tür St. Aloisius Oberbruch („Ulli Elch”) in allen Fragen der Kinder- und Jugendarbeit, und zwar in Zusammenarbeit mit der Regionalstelle.

Eben die Regionalstelle, die nicht zuletzt wegen ihres umfangreiches Weiterbildungsprogramms eine wichtige Einrichtung für die Arbeit in den katholischen Jugendheimen darstellt.

In einer Stellungnahme an den Bischof und den Generalvikar weist die Trägerkonferenz auf die Probleme hin, die durch die Schließung der Regionalstelle eintreten würden. „Es gibt fatale Auswirkungen für die offene Kinder- und Jugendarbeit, wenn die Aufgabengebiete der Regionalstelle wegbrechen”, ist sich die Trägerkonferenz sicher.

So würde die fachliche Begleitung und Unterstützung der pädagogischen Fachkräfte in den Heimen ebenso wegfallen wie die Aus- und Fortbildung der ehrenamtlichen Mitarbeiter. Die Koordinierung und Wahrnehmung der existenziellen Interessenvertretung für die Heime in den kommunalen Jugendhilfeausschüssen würde dann fehlen sowie die fachlich kompetenten Ansprechpartner für die kommunalen Zuschussgeber.

Kritik auch am Land

Aufgrund der Unruhe, die nach der Ankündigung des Bistums entstanden ist, hoffen die Betroffen nun, „dass die Kürzungen nicht so drastisch ausfallen und die Regionalstelle nicht geschlossen wird”, so Plum. Kritik hagelte es aber auch gegen das Land NRW, „weil es die Mittel für die freie Jugendarbeit um 25,3 Prozent gekürzt hat”.

Jetzt würden noch die Kürzungen des Bistums folgen, wobei Höhe und Ausmaße noch völlig unklar seien; das sei derzeit wie „Kaffeesatz lesen”, monierte Walter, der diese Situation als sehr schlimm für die Kinder- und Jugendarbeit bezeichnete.