Kreis Heinsberg: Musikschullehrer bitten Jürgen Rüttgers um Hilfe

Kreis Heinsberg : Musikschullehrer bitten Jürgen Rüttgers um Hilfe

Das Lehrerkollegium der Kreismusikschule Heinsberg hat sich jetzt mit einem Brief an den Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers gewandt. In dem Schreiben bitten die 52 freiberuflich tätigen Lehrkräfte, die an der Kreismusikschule rund 1500 Schüler unterrichten um Aufmerksamkeit und Hilfe.

„Zum Oktober dieses Jahres beabsichtigt der Kreis Heinsberg unsere bisherigen Verträge in Honorarverträge umzuwandeln, wobei nur tatsächlich erteilte Unterrichtsstunden vergütet werden sollen. Das heißt: keine Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, keine Bezahlung in den Ferien und an Feier- und Brückentagen und keine Beteiligung an gesetzlichen oder tariflichen Gehaltsanpassungen”, heißt es in dem Brief.

„Der dafür angehobene Stundensatz soll durch eine falsche Jahres-Wochenstundenberechnung wieder nivelliert werden, sodass jeder Lehrkraft ganz erhebliche Reallohnverluste drohen, die einzeln belegt werden können und deutlich über zehn von Hundert der aktuellen Monatsnettovergütungen ausmachen”, schreiben die Musikschullehrer weiter. Zusätzlich würde größtenteils durch die aufgezwungene Selbstständigkeit bei den monatlichen Abrechnungen die Umsatzsteuerpflicht anfallen.

„Der Beruf des Musikschullehrers bedeutet jedoch weit mehr als das reine Stundengeben nach Honorar. Konzerte, Orchesterarbeit, Tag der offenen Tür, Wettbewerbe gehören selbstverständlich zu einer lebendigen Musikschule und bedeuten ein wichtiges soziales Gefüge für Schüler, Eltern und Lehrer”, erklärt das Kollegium.

Bei einer Honorierung nach gegebenen Unterrichtsstunden könne von einer lebendigen Kulturarbeit keine Rede mehr sein. „Kurz: Als Honorarkraft sind wir nur âfür die Stunde da, im Angestelltenverhältnis sind wie âfür die Sache da!”.

Die angedachte Entscheidung des Kreises Heinsberg sei für die Musikschullehrer nicht nachvollziehbar, da den verantwortlichen Politikern eigentlich bekannt sein müsse, „dass Musik und ein musikalische Ausbildung die Entwicklung junger Menschen ganz besonders positiv beeinflusst und fördert”. Auch das Risiko einer Schulschließung führen die Pädagogen an.

Deshalb appellieren sie an Rüttgers, dem Kreis Heinsberg ein Über- und Umdenken seines Entschlusses bis zur endgültigen Entscheidung im Kreisausschuss am Dienstag, 10. Juni, anzuraten.