Wassenberg-Myhl: Musikalisch den „Zauber des Südens” erlebt

Wassenberg-Myhl : Musikalisch den „Zauber des Südens” erlebt

Optisch und akustisch hatte das traditionelle Frühjahrskonzert der Mandolinenspielschar Myhl den Besuchern in der Myhler Aula wieder einiges zu bieten.

An der einzigartigen Dekoration in den Frühlingsfarben Lila, Rosé und Limonengrün von Hilde Wilms werden sich die treuen Besucher wohl zum letzten Mal erfreut haben, denn es war - vorerst - das letzte Konzert an diesem Ort.

Wie von Stephan Langerbeins zu erfahren war, ist eine umfassende bauliche Umplanung der Myhler Turnhalle zur Festhalle in Vorbereitungt.

Ingrid Schippel führte ihr bestens eingespieltes Orchester wieder mit sicherer Hand und viel Geschmack. Die Einbindung eines völlig anders gearteten Musikstils - in diesem Fall die Jazz- und Bluessängerin Beverly Daley mit ihren Begleitern Paul Ullrich aus Düsseldorf (Bass) und Jochen Bosak aus Bielefeld (Piano) - war belebend und mitreißend.

Klassische wie folkloristische Elemente spanischer und italienischer Prägung formte Ingrid Schippel zu einem „Zauber des Südens”, der gerade den Zupfinstrumenten genau auf die Saiten geschrieben ist. Wölki und Stamitz, beides Altmeister der Mandolinen-Komposition, ein wunderschönes Capriccio von Althoff und große Filmmusik von Morricone weckten Assoziationen an Urlaub und Sonne.

Rassiger Tango

Das orchestereigene Duo Stephanie von den Driesch (Mandoline) und Martin Wallraven (Gitarre) holte in diesem Frühjahrskonzert seinen im Vorjahr wegen einer Handverletzung ausgefallenen Solopart nach: einen rassigen Tango.

Beverly Daley, die in ihrer liebenswerten Art von sich meinte: „Ich hätte ja fast zu Fuß kommen können; ich bin eine Wassenberg-Süderin”, hat eine ideale Jazz- und Blues-Stimme, die der gebürtigen Jamaikanerin in die Wiege gelegt worden ist. Voluminös, vibrierend und ausdrucksstark gab sie „ein Heimspiel”.

Dem Pianisten wie dem Bassisten lässt die liebenswerte Sängerin viel Raum zu eigenen Soloauftritten. „It´s wonderful”, „New Orleans”, „George the brown”, eine phantastische Jazz-Parodie auf „Summertime”, Kurt Weill´s „Macie messer” und schließlich Harry Belafontes „Banana boat” begeisterten die Myhler Halle.

Höhepunkt und Abschluss: „Besame mucho” im weichen Rumba-Rhythmus von Solisten und Orchester in Szene gesetzt. Solisten und Orchester empfehlen sich für weitere gemeinsame Auftritte bei Wassenberger Kultur-Events.