Mühelos durch Höhen und Tiefen

Mühelos durch Höhen und Tiefen

Erkelenz (an-o/akai) - Ein ungewöhnliches Programm hatte das Ensemble Movimento für das zweite Meisterkonzert zusammengestellt, das am Montag Abend viele Zuhörer begeisterte. Musik aus den beiden Notenbüchlein von Anna Magdalena Bach.

Mutig hintereinandergestellte Menuette, Rezitative, Arien, Sonaten und Concerti gaben Einblick in das häusliche Musizieren der Zeit und spiegelten die Vorlieben der zweiten Frau des Thomaskantors.

Da gab es heitere Gedichtvertonungen, innige Liebeslieder, schlichte Weihnachtsmusik und Melodie gewordene Ergebung in das Todesschicksal. Die junge Sopranistin Nele Gramß gestaltete die verschiedenen Stimmungen mit klarer natürlicher Stimme und viel Sinn für den Zusammenhang zwischen Text und Komposition.

Mühelos bewegte sie sich durch Höhen und Tiefen, sang elegant die verspielten Verzierungen aus und versetzte die Zuhörer mit ihren zarten, doch niemals dünnen Pianissimi in Erstaunen. Ebenso facettenreich und leicht war das Spiel der Gambistin Hille Perl, die ihrem wunderschön verzierten Instrument glanzvolle Töne entlockte. Besondere Gestaltungsvielfalt zeigte sie bei der Interpretation des Prelude aus der zweiten Cellosuite. Ihre Tongebung war so voll und warm, dass die Barockgeige, gespielt von Veronika Skuplik, häufig zu schwach war und im Gesamtklang von Viola da Gamba, Cembalo oder Orgel und Sopranstimme gelegentlich unterging.

Einfühlsam

Die Tasten bediente Christoph Lehmann zuverlässig und einfühlsam, seine drei solistischen Sätze aus der "Französischen Suite und den "Goldberg-Variationen" waren geschickt zusammengestellt und hervorragend interpretiert.

Mit einem mutigen "Arrangement" zu einem ausgelassenen Text endete dieses apart zusammengestellte, abwechslungsreich musizierte und im Programmheft gut dokumentierte und kommentierte Programm. Als Zugabe erklang: "Gib dich zufrieden und sei stille" - auch ein Einfall.