Kreis Heinsberg: „MOVE” soll Jugendliche von Drogen wegholen

Kreis Heinsberg : „MOVE” soll Jugendliche von Drogen wegholen

Aktuelle Zahlen belegen, dass Erfahrungen mit Alkohol und illegalen Drogen wie Cannabis und Ecstasy bei einem großen Teil der Jugendlichen zum Alltag gehören.

Auffällig ist aber, dass gerade jugendliche Konsumenten sich in der Regel nicht als suchtgefährdet sehen, zumindest solange keine schwerwiegenden Folgeprobleme zum Beispiel im Bereich der Gesundheit, in der Schule oder mit dem Führerschein auftreten. Freiwillig nutzen sie dann kaum die bestehenden Beratungsangebote, wie zum Beispiel die des Kreisgesundheitsamtes Heinsberg.

Andererseits sorgen sich Kontaktpersonen von Jugendlichen, wie Lehrer, Schulsozialarbeiter oder Mitarbeiter in Jugendfreizeiteinrichtungen und stehen immer wieder vor der Frage, wie sie angemessen reagieren und effektiv handeln können, wenn ihre Schützlinge oft und viel Alkohol trinken oder kiffen.

An dieser Stelle setzt die Fortbildung „MOVE - motivierende Kurzintervention bei konsumierenden Jugendlichen” an, die vom Kreisgesundheitsamt in Kooperation mit dem Kreisjugendamt organisiert wird. Die dreitägige Fortbildung für interessierte Mitarbeiter aus den Bereichen Jugendarbeit, Jugendhilfe und Schule findet am 15. und 16. Juni sowie am 22. Juni im Sozialzentrum der Gangelter Einrichtungen Maria Hilf statt.

„Das Konzept MOVE geht davon aus, dass jede Verhaltensänderung, also auch im Bereich des Konsums, nicht etwa von heute auf morgen passiert. Veränderung ist immer ein Prozess, der in aufeinanderfolgenden Phasen verläuft”, erläuterte Ilona van Halbeek, Fachkraft für Suchtvorbeugung beim Kreisgesundheitsamt. Ein zentrales Stichwort in der Beratung von konsumierenden Jugendlichen sei deshalb die Motivation. Diese gelte es im einfühlsamen Gespräch mit dem Jugendlichen - entsprechend seiner Phase - zu entwickeln und voranzutreiben, erklärte Brigitte Hocks, zuständig für den Bereich Jugendarbeit und Jugendschutz beim Kreisjugendamt.

Für jede Phase gebe es brauchbare Handlungsstrategien und Gesprächstechniken, die in der Fortbildung theoretisch vermittelt und in Rollenspielen ausprobiert würden. Da der Erfolg der Beratungsgespräche zwischen Jugendlichen und Kontaktpersonen nicht zwingend von deren Länge abhängig sei, würden typische „Tür-und-Angel-Gespräche” eine neue Chance im Kontakt bieten.

Neben den Gesprächstechniken werden auch rechtliche Fragen im Umgang mit illegalen Drogen beantwortet, Hintergründe zur Suchtentstehung erläutert und von neuen Trends auf dem Drogenmarkt berichtet.

Eine Anmeldung zur Fortbildung „MOVE - motivierende Kurzintervention bei konsumierenden Jugendlichen” ist noch bis 31. Mai möglich.

Am Ende der Fortbildung wird jedem Teilnehmer ein im deutschsprachigen Raum anerkanntes Zertifikat ausgehändigt.

Informationen und Anmeldungen: Ilona van Halbeek, Fachkraft für Suchtvorbeugung des Kreisgesundheitsamtes Heinsberg, 02452/135317, E-Mail-Adresse: Ilona.vanHalbeek@kreis-heinsberg.de .