Gangelt-Schierwaldenrath: Mit Vorfreude und Tatendrang dem Saisonstart entgegen

Gangelt-Schierwaldenrath : Mit Vorfreude und Tatendrang dem Saisonstart entgegen

Im Grunde steht die Selfkantbahn bereits auf den Gleisen. In einigen Wochen startet die neue Saison. In der Museumshalle stehen derzeit die Waggons und Loks dicht an dicht geparkt. Hier und da sind die Handwerker aktiv. Am Bahnhof Schierwaldenrath rangierte am Wochenende eine Diesellok einige Waggons, in der Museumshalle war Thomas Paustenbach ebenfalls voller Konzentration.

Der 26-jährige Gillrather hat noch viel Arbeit vor der Brust. Ein Triebwagen T7 von den Mittel-Badischen-Eisenbahn Freunden ist zwar seit 1971 bei der Selfkantbahn, war aber nur selten im Einsatz. Nun steht der Triebwagen aus der Museumshalle vor einem Comeback: „Den bekomme ich wieder hin“, hat sich der Eisenbahnfreund selbst ein Ziel gesetzt, wobei er keinen Zeitdruck verspürt und die Arbeiten sicherlich noch Monate in Anspruch nehmen werden.

 Das Richtfest wurde bereits gefeiert, das Güterhäuschen nimmt mehr und mehr Gestalt an.Fotos (2): agsb
Das Richtfest wurde bereits gefeiert, das Güterhäuschen nimmt mehr und mehr Gestalt an.Fotos (2): agsb

In der Werkstatt der Selfkantbahn am Bahnhof Schierwaldenrath sind die Handwerker derzeit mit Reparatur- und Wartungsarbeiten beschäftigt, wobei eines auffällt: Die Jugend ist sehr aktiv. Dies freut besonders Geschäftsführer Günther Steinhauer. Die Jugendlichen zeigten am Samstagmorgen trotz eisiger Kälte Tatendrang, bewegten viele Waggons auf den Schienen und zeigten sich sehr fachkundig.

Derzeit blickt die Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr (IHS) auf rund 500 Mitglieder, wobei die Jugend hier seit Jahren stets sehr aktiv dabei ist und lieber mit großen Zügen spielt, als sich mit anderen Dingen zu beschäftigen.

Viele der Mitglieder sind an den Wochenenden im Einsatz, da verspürt Steinhauer viel Herzblut. Er hält das Engagement für unbezahlbar: „Sogar aus Heidelberg oder der Schweiz kommen Mitglieder vorbei und freuen sich stets auf ein Arbeitswochenende.“

Geschäftsführer Steinhauer hofft erneut auf ein erfolgreiches Jahr. Das abgelaufene Jahr sah mit den Nikolausfahrten einen würdigen Abschluss. Zwischen 13.000 und 14.000 Gäste wurden begrüßt, 39 Fahrten wurden ab Bahnhof Gillrath freigegeben. „Seit Jahrzehnten bewegen wir uns auf diesem Level. Dies zeigt, dass die Selfkantbahn mehr als ein Werbeträger der Region ist. Dabei stoßen wir stets an unsere Kapazitätsgrenze, mehr geht einfach nicht.“ Neun bis zehn Wagen musste die Lok schon ziehen. „Die Bahnsteige sind dazu aber fast nicht lang genug“, blickt der Geschäftsführer auf die Erfolge in der 44-jährigen Geschichte der Bahn zurück.

Traditionell startet die Selfkantbahn mit ihren Aktivitäten jeweils zu Ostern. „Viele sind der Meinung wir fahren auch an Samstagen. Wir fahren jedoch nur an Sonn- und Feiertagen“, blickt Steinhauser auf die bevorstehende Saison. Lediglich die Fahrten im Rahmen der Ehrenlokführerausbildung finden ausnahmsweise samstags statt. Insgesamt elf Wochenenden mit jeweils acht Teilnehmern sind schon fest eingeplant. Die Nachfrage ist riesengroß und lässt die Selfkantbahn an ihre Kapazitäten stoßen.

Ein weiteres Projekt soll bald fertig werden. Am Bahnhof Birgden wird ein Güterhäuschen aufgebaut. Hier sind auch Birgdens Vereine aktiv. Sie möchten damit ein weiteres Highlight der Selfkantbahn schaffen und dem Bahnhof neuen Glanz verleihen.

(agsb)