Gangelt-Schierwaldenrath: Mit Volldampf in den Himmel der Gaumenfreuden

Gangelt-Schierwaldenrath : Mit Volldampf in den Himmel der Gaumenfreuden

„Das Auge isst mit”, besagt eine alte Volksweisheit, die sich einmal mehr im Buffetwagen der Museumsbahn bewahrheitete.

Zum zweiten Mal hatte die Selfkantbahn zum „Schlemmer-Sonntag” eingeladen, bei dem mit Rainer Hensen der einzige Sterne-Koch im Kreis Heinsberg seine kulinarisch-künstlerische Visitenkarte abgab. Und so schmeichelte schon bei der ersten „Mitfahrgelegenheit für Genießer der hohen Kochkunst” um 11.15 Uhr der Geruch feinsten Essens den „Riechorganen” der Gäste.

Aber wer hätte das gedacht, selbst das passiert einem Inhaber des begehrten Michelin-Sterns: Die Suppe kochte über und der anfänglich wohltuende „Duft” wurde für kurze Zeit „neutralisiert”. Doch zu diesem Zeitpunkt hatte die Zuggarnitur mit Dampfross „Regenwalde”, drei Personenwagen, drei Gepäckwagen und - extra für die Schlemmerfahrten - drei Buffetwagen noch keine Fahrt aufgenommen. Lokführer Gün- ther Steinhauer und Heizer Theo Scheres hatten einen Azubi bei sich, der gerade als Ehrenlokführer ausgebildet wurde.

Zugführer Achim Gräf griff während der gerade am „Hauptbahnhof” der Selfkantbahn in Schierwaldenrath begonnen Fahrt gegen 11.25 Uhr zu seinem „Knipsgerät”, um die Fahrkarten zu entwerten, und landete bei Nelly Schöneich aus Vlotho in Westfalen. Reiner Verspeek und Tochter Claudia hatten der 83-Jährigen mit der Fahrt ein Überraschungsgeschenk bereitet, und das hatte seinen Grund: Nelly Schöneich stammt eigentlich aus Geilenkirchen und war von 1941 bis 1943 Schaffnerin bei der Geilenkirchener Kreisbahn, aus der die Selfkantbahn hervorging.

Wieder bei den „Schmeckleckern” im Buffetwagen angekommen, stand mit „Cappuccino von Langustinos” (Scampi-Suppe) die Vorspeise auf den Tischen. Zehn Minuten später, kurz vor Birgden, wurde „Carpaccio vom Ochsenfilet mit Salsaverde” serviert. Doch es kam noch besser: Ragout von Steinpilzen, Pfifferlingen und Champions mit Semmelknödeln sorgten für weitere Verwöhn-Momente. Von „sehr lecker” über „vorzüglich” bis „deliziös” lauteten die Kommentare. In Gillrath wurden die Gäste abschließend mit einem Dessert-Traum verwöhnt.

Mit der „Creme von drei Schokoladen mit Sahne und Himbeermark” reichte Hensen das „Tüpfelchen auf dem I”. Der Inhaber der Burgstuben-Residenz in Randerath wurde aktiv von Gattin Rosi und Restaurantfrau Sandy Karsten unterstützt.

Das Buffetwagenpersonal der Selfkantbahn Bea und Christiane Paustenbach sorgten ebenfalls für die Gäste. Franz und Marlene Krichel aus Ratheim hatten aus der Zeitung von der kulinarischen Eisenbahnfahrt erfahren und sich kurzfristig entschlossen.