Wassenberg: Mit Mozart die Welt der Oper entdeckt

Wassenberg : Mit Mozart die Welt der Oper entdeckt

„Nicht die Kinder kommen zur Oper - sondern die Oper kommt zu den Kindern”: Mit diesem Motto geht die erst im Frühjahr 2004 gegründete „Junge Oper NRW und Niedersachsen” aus dem Lipper Land über Land.

In Schulen und Turnhallen führt die junge Truppe hochwertiger Sänger und Sängerinnen spezielle Stücke der Opernliteratur auf, mit denen Kinder ab sechs Jahren und Jugendliche wieder für die Welt der Oper begeistert werden können.

Bei der Gestaltung der Handlung werden auch pädagogische Gesichtspunkte und altersgerechte Formen in Sprache und Ausdruck berücksichtigt. Durch das aktive Einbeziehen der Kinder in den Handlungsverlauf wird so aus der Oper für Kinder eine echte „Kinderoper”.

Der „Jungen Oper” darf nach den beiden Aufführungen für die Schüler der St. Georgs- und der Albert-Schweitzer-Gemeinschaftsgrundschule Wassenberg bestätigt werden: Das Experiment scheint gelungen. Das vielstimmige „Jaaa” als Antwort auf die abschließende Frage „Hat es euch gefallen?” sagt einiges aus.

Die Mozart-Kinderoper „Bastian und Bastienne” gab vom Libretto, von der Musik des erst zwölfjährigen Wolfgang-Amadeus und von der stimmlichen wie darstellerischen Gestaltung her sehr Erfreuliches her. Mozarts Musik ist zwar knapp bemessen, aber punktgenau auf das Geschehen hin angelegt.

Das Thema ist uralt: Junge Liebe unter jungen Schäfersleuten in ländlicher Gegend. Eifersucht, Eingreifen des Zauberers Colas, der das zarte Schäferkind im Sackleinenkleid in eine hübsche, mit allen weiblichen Attributen ausgestattete Schäferin verwandelt und auf seine Art den untreuen Bastien zur Eifersucht und schließlich zurück in die Arme der süßen Bastienne treibt. Es ist in dieser Kinderoper liebreizend und mit vielen hübschen Einfällen umgesetzt.

Die tragende Gestalt ist Zauberer Colas, dargestellt von Marc André Uelner. Schon in seiner „Einführung” mit Erklärungen der verschiedenen „Stimmlagen” lieferte der tolle Akteur eine mitreißende Nummer. Die süße Bastienne in Gestalt der jungen Esther Mertel ist für diese Rolle wie geschaffen. Sie hat eine Mozart-Stimme und viel Grazie.

Marc Schlapp als junger Bastien hat zwar nicht viel zu singen, dafür aber um so mehr zu spielen. Der blonde Hüne tat das mit viel Temperament und liebenswertem Charme. Mit der Wahl geeigneter Stücke, leicht verständlichen Inszenierungen und der aktiven Einbeziehung der jungen Zuschauer dürfte das Experiment „Junge Oper” weiterhin erfolgreich sein.

Maxim Gorkis Ausspruch: „Du musst für Kinder genauso spielen wie für Erwachsene. Bloß besser!”, gilt auch hier. Die kulturelle Arbeit in den Schulen dürfte auf diese Art bereichert werden. Am heutigen Donnerstag findet in der katholischen Grundschule Kleingladbach um 11 Uhr übrigens eine weitere Aufführung des Stückes statt.