Kreis Heinsberg: Mit Kinderwagen Bus in Heinsberg fahren?

Kreis Heinsberg : Mit Kinderwagen Bus in Heinsberg fahren?

Das Thema Kinderwagenmitnahme im Bus hatte ein interfraktioneller Frauenarbeitskreis aufgeriffen und eine Anfrage im Ausschuss für Umwelt und Verkehr gestellt.

Immer häufiger würden Eltern mit Kinderwagen den Öffentlichen Personennahverkehr nutzen wollen. Die West Verkehr GmbH nehme in ihren Bussen allerdings jeweils nur einen Kinderwagen mit. Wolle ein weiterer Elternteil mit Kinderwagen den gleichen Bus nutzen, würden sie von den Busfahrern abgewiesen. Sie müssten den nächsten Bus benutzen, der unter Umständen erst eine Stunde später komme.

Der Frauenarbeitskteis wollte deshalb unter anderem wissen: Aus welchen Gründen gibt es die Regelung, nur einen Kinderwagen im Bus mitzunehmen? Wird das strikt angewandt, auch wenn noch Platz für einen zweiten Kinderwagen im Bus besteht? Welche Möglichkeiten sieht die West Verkehr GmbH, diese Regelung zu ändern, damit — insbesondere Mütter — rechtzeitig ihre Arzt- oder Behördentermine wahrnehmen könnten.

In der Antwort hieß es dazu, eine Regelung, dass nur ein Kinderwagen im Bus befördert werden dürfe, existiert in dieser Form nicht. Verwiesen wird auf die Beförderungsbedingungen für den Nahverkehr in NRW: „Das Personal muss alle Möglichkeiten ausschöpfen, damit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer mitgenommen werden können. Dabei bleibt dem Personal die letztliche Entscheidung über Mitnahmemöglichkeiten und Unterbringung vorbehal ten. ... Das Personal entschei det im Einzelfall, ob Gegenstände zur Beförderung zugelassen werden und an welcher Stelle sie unterzubringen sind.“

„Alle Möglichkeiten ausschöpfen“

Dem West-Fahrpersonal sei auch noch einmal zusätzlich über eine gesonderte Dienstanweisung zur Mitnahme von mobilitätseingeschränkten Personen verdeut licht worden, dass alle Möglichkeiten auszuschöpfen seien, damit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer mitgenommen werden könnten. Eine letztendliche Entscheidung hinsichtlich der Mitnahmemöglichkeiten und Unterbringung liege beim Fahrpersonal vor Ort, weil dieses im jeweiligen Einzelfall beurteilen könne, ob die Sicherheit und Ordnung im Fahrzeug gewährleistet sei (zum Beispiel in Bezug auf die Freihaltung von Fluchtwegen im Fahrzeug). Wenn Platz für einen zweiten Kinderwagen vorhanden sei, dann könne dieser natürlich auch entsprechend genutzt werden.

Die West Verkehr GmbH habe den erhöhten Bedarf beziehungsweise die erhöhte Nachfrage in der Beförderung von Rollstühlen, Kinderwagen, Rollatoren und Fahrrädern erkannt und beschaffe seit zwei Jahren im Rahmen des turnusmäßigen Austauschs von Omnibussen Fahrzeuge mit einer zweiten Sondernutzungsfläche. Bis allerdings alle Omnibusse auf diesen Stand umgerüstet seien, werde es aufgrund der Nutzungsdauer von Omnibussen von circa 15 Jahren noch mehrere Jahre dauern.

Die Frauen aus den Fraktionen CDU, SPD, Grüne und Linke freuen sich — wie sie in einer Reaktion auf die Antwort erklärten — über diese „positive Entwicklung“ und hoffen auf großzügige Entscheidungen der Busfahrer.

(disch)