Kreis Düren: Messungen auf der A4: Weniger Unfälle, hohe Einnahmen

Kreis Düren : Messungen auf der A4: Weniger Unfälle, hohe Einnahmen

Es war am 15. Juli 2014 um 2.26 Uhr in der Nacht. Auf der Autobahn A 4 Richtung Köln rast ein Autofahrer mit 158 Stundenkilometern zwischen Düren und Merzenich, knapp 100 km/h mehr, als erlaubt sind.

Er wird geblitzt und ist nun Spitzenreiter einer Hitliste mit den zehn schnellsten Fahrern, die erwischt wurden, als der Kreis Düren in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres ein stationäres Messgerät im Zusammenhang mit dem Neubau des A 4-Teilstücks aufgestellt hatte. Nicht nur in Richtung Köln wurde geblitzt, auch in Richtung Aachen, wo maximal 100 Stundenkilometer erlaubt waren. Dort führt ein Fahrer die Top-Ten-Liste an, der im Juni mit 212 km/h morgens um 5.45 Uhr erwischt wurde.

Von Januar bis September lösten die Kameras in beiden Richtungen knapp 219.000 Mal aus. Verwertbar waren allerdings nur 62 Prozent, wie Elke Baum-Täschner, Leiterin des Straßenverkehrsamtes, am Montag sagte. Das hat in vielen Fällen damit zu tun, dass Nummernschilder nicht lesbar waren, etwa wegen tiefstehender Sonne oder dass Fahrer auf den Bildern nicht zu erkennen waren.

Der Kreis Düren nahm mit den beiden stationären Anlagen rund 3,1 Millionen Euro ein. Dem stehen Ausgaben in Höhe von 782.000 Euro entgegen. Unter dem Strich verdiente der Kreis somit circa 2,3 Millionen Euro.

Allerdings dürfen die Behörden nur dort messen, wo statistisch nachweisbar Unfallhäufungspunkte gegeben sind oder wo die Gefahr besteht, dass sich vermehrt Unfälle ereignen können. So sei auch der Kreis Düren von der Polizei und anderen Behörden gebeten worden, an den beiden Punkten auf der Autobahn A 4 zu kontrollieren, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn am Montag bei einem Pressegespräch.

„Es geht immer darum, die Unfallzahlen zu verringern“, betonte der Landrat. Und das sei gelungen. Bevor auf der A 4 gemessen wurde, ereigneten sich zwischen den Autobahnkreuzen Köln und Aachen durchschnittlich 82 Unfälle im Jahr, bei denen entweder Personen getötet oder verletzt wurden. Als die beiden Messsäulen aufgebaut waren, zählte die Polizei 49 Unfälle. „Ein positiver Trend“, so Landrat Spelthahn. „Schon, wenn wir einen schweren Unfall vermeiden können, hat sich die Messung gelohnt.“

Unmittelbar an den Kontrollstellen bei Düren ereigneten sich 2013 fünf Unfälle mit Toten und/oder Verletzten — ohne Kontrolle. Als 2104 geblitzt wurde, kam es nur noch zu einem Unfall mit einem Verletzten.

Dass von den knapp 220.000 Geschwindigkeitsübertretungen nur 62 Prozent verwertbar waren, begründet der Kreis auch damit, dass auf der A 4 viele Fahrzeuge aus dem Ausland unterwegs sind. Ihre Fahrer können mitunter später nur schwer belangt werden, da die Kreisbehörde - wie viele andere auch - von den Behörden im Ausland nicht entsprechend unterstützt werden. Dies sei mitunter auch innerhalb Deutschlands schwer, da andere Verwaltungen wegen Arbeitsüberlastung keine Unterstützung leisteten.

2014 nahm der Kreis, der über sieben stationäre und zwei mobile Messeinrichtungen verfügt, gut sieben Millionen Euro über Strafgelder ein. 2013 waren es gut vier, im Jahr zuvor 3,7 Millionen Euro. Der hohe Wert 2014 erklärt sich vor allem durch die neun Monate andauernden Messungen auf der A4. Auch bei den mobilen Geräten muss eine Unfallhäufung nachgewiesen sein, um kontrollieren zu können.