Kreis Aachen: Merzbrück: Die IHK fliegt wieder mit

Kreis Aachen : Merzbrück: Die IHK fliegt wieder mit

Vier Jahre lang war für die Industrie- und Handelskammer Aachen (IHK) Sendepause in Sachen Merzbrück. Zu klein und nicht perspektivisch genug waren nach Meinung der Vertreter der regionalen Wirtschaft die Pläne. Die Folge: Die Mitgründerin der Flugplatz Aachen-Merzbrück GmbH (FAM) zog sich zum Stichtag 31. Dezember 2002 als Gesellschafterin zurück. Jetzt kehrt die IHK auf Vermittlung des Parlamentarischen Staatssekretärs Achim Großmann (SPD/Würselen) wieder zurück.

Zwar „nur” als beratendes Mitglied des FAM-Aufsichtsrats, aber auch dies soll Zeichen genug sein: „Die neuen Pläne stimmen mit den Vorstellungen der IHK überein und ermöglichen eine optimale Verbindung der Verkehrsträger Straße, Schiene und Luft, so dass sich für den Standort eine besondere Qualität ergibt”, meinte IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes gestern bei der Unterzeichnung der neuerlichen Vertragsbeziehungen zwischen IHK und FAM.

Die neuen Pläne besagen, dass die Start- und Landebahn um rund sieben Grad verschwenkt werden soll. Die positive Folge laut Hubert Philippengracht von der FAM: Die Piste werde so verschwenkt, dass die Bürger Broichweidens lärmmäßig ent- und die Bürger von St. Jöris und Verlautenheide nicht belastet werden. „Es braucht also kein Bürger auf die Barrikaden zu gehen”, schlussfolgerte Würselens Bürgermeister und FAM-Aufsichtsratsvorsitzender Werner Breuer, der den Lärmschutz aller Anrainer gewährleistet sieht. Denn durch den ebenfalls geplanten Windenschlepp entfielen künftig viele Starts und Landungen für Maschinen, die die Segelflieger zu Übungszwecken in die Lüfte ziehen. Und ein dritter Vorteil ergebe sich aus der Planung: Die nutzbare Länge der Bahn verdoppele sich fast von derzeit 520 auf dann 940 Meter.

Voraussetzung ist jedoch, dass der FAM-Aufsichtsrat nach der ersten Grobplanung einen entsprechenden Grundsatzbeschluss fasst, dem wiederum alle beteiligten Gesellschafter (Würselen, Eschweiler sowie Stadt und Kreis Aachen) folgen - und das möglichst bis Ende März. Denn NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke habe zwar Fördergelder in Höhe von 50 Prozent der Gesamtkosten von nun maximal fünf Millionen Euro zugesagt, erläuterte Großmann. Doch die regionalen Akteure müssten sich beeilen, damit die Landesprogramme nicht ausliefen. Wenn alles gut gehe, meinte Philippengracht, könnte 2009 Baubeginn sein.

Während Drewes betonte, dass die neuen Pläne „dem Infrastrukturbedarf der Firmen entsprechen und keine De-Luxe-Veranstaltung für irgendwelche Hobbypiloten” seien, ergänzte Großmann: „Die Ertüchtigung von Merzbrück ist nötig, um die Funktion als Verkehrslandeplatz zu erhalten. Und ein leistungsfähiger Flugplatz in Verbindung mit dem angrenzenden Gewerbegebiet ist eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte für die Zukunft der Region.”