Meisterkonzert der Pianistin Raquel Boldorini

Meisterkonzert der Pianistin Raquel Boldorini

Kreis Heinsberg. Ein außergewöhnliches Konzertprogramm sowie Präzision und stilistische Prägnanz kennzeichneten das dritte Meisterkonzert in diesem Jahr in der Erkelenzer Leonhardskapelle.

Auf Grund ihres großen Konzerterfolges im Oktober 1999 hatte die Anton-Heinen-Volkshochschule die Pianistin Raquel Boldorini aus Uruguay erneut nach Erkelenz eingeladen, und damit den Konzertbesuchern einen anspruchsvollen Abend beschert.

Raquel Boldorini spielte Stücke aus ihrer Heimat Südamerika sowie Stücke spanischer Komponisten. Sie eröffnete das Konzert mit einer Sonate in g-Moll und in die D-Dur von Antonio Soler (1729 bis 1783). Besonders beeindruckt war das Publikum von Raquel Boldorinis Darbietung der Suite Espanola „Granada, Sevilla” sowie des Stückes aus Cantos de Espana „Cordoba, Seguidillas” von Isaac Albéniz (1860 bis 1909).

Das folgende Werk von Federico Mompou (1876 bis 1987), „Cancion y Danza Nr.6” stach insbesondere durch das Fehlen jeglicher harmonischer Modulationen hervor. Schön anzuhören war dann die „Fantasia Baética” von Manuel de Falla (1876 bis 1946). Der spanische Komponist schrieb Werke, die erfüllt sind von Leben und von den Rhythmen und der Seele der spanischen Musik.

Herzblut legte die Pianistin auch in die „Suite de Danzas Criollas” von Alberto Ginastera (1916 bis 1983. Die frühen Werke dieses argentinischen Komponisten zeigen einen bewusst nationalen Stil, doch neigte Ginastera später dazu, auf diesen Akzent zu verzichten.

Der Komponist Carlos Gustavino (1912 bis 2001) gilt als eine besondere Persönlichkeit der national-musikalischen Strömung innerhalb des neoromantischen Stils. Raquel Boldorini brachte dessen populäres Klavierstück „Las ninas” zu Gehör.

Die Werke von Jaurés Lamarque-Pons (1917 bis 1982) sind stark von der städtischen Tanzmusik des frühen 20. Jahrhunderts, vor allem vom Tango und von afro-uruguayischen Rhythmen geprägt. Dies wurde auch bei dem sehr temperamentvollen Stück „Milonga del encargado” deutlich.

Es folgte „Tango Sureno, Tango Orilla Este” von Beatrice Lockhart (1944) aus der „Hommage á Piazolla”, wofür die Komponistin 1997 den internationalen Kompositionspreis „Trimalca” erhielt.

Ein gelungener Abschluss des herrlichen Konzertabends gelang der Pianistin Raquel Boldorini mit dem Stück „Adis Nonino” (Tango rhapsody) und „Fuga y Misterio” aus Mariá de Buenos Aires von Astor Piazzolla (1921 bis 1992).

Die Pianistin überzeugte auch an diesem Abend mit ihrem großartigen Talent und den gut ausgesuchten erstklassigen Werken. Ihre hervorragende Darbietung wurde mit tosendem, lang anhaltenden Beifall belohnt.