Mehr Politik in die Schulen

Mehr Politik in die Schulen

Kreis Heinsberg (an-o) - Für mehr politisches Interesse an den Schulen und für bessere Lehrmaterialien will sich die Schüler-Union (SU) im Kreis mit ihrem neuen Vorsitzenden Marwin Altmann einsetzen. Die "Nachrichten" sprachen mit dem Erkelenzer Gymnasiasten über seine Ziele.

Nachrichten: Wo ist die SU auf Kreisebene präsent und wie stark ist sie?

Altmann: Dem SU-Kreisverband gehören derzeit 36 Mitgliedern, die hauptsächlich an den beiden Gymnasien in Erkelenz aktiv sind. Im neuen Jahr wollen wir unsere Aktivitäten auch an den anderen Schulen verstärken und besonders die Altersgruppe der 14- bis 18-Jährigen zur Mitarbeit gewinnen.

Nachrichten: Sind politische Aktivitäten an den Schulen überhaupt zulässig und erwünscht?

Altmann: Es gibt einige Lehrer, die damit Schwierigkeiten haben. Politische Werbung an Schulen ist an sich nicht zulässig. Andererseits wird jedoch gerade von den Älteren immer erwünscht, dass sich Jugendliche mehr für Politik interessieren und auch aktiv mitwirken. Wir können die Schülerschaft jedoch nicht an die Politik heranführen, wenn uns beispielsweise nicht genehmigt wird, Infostände aufzubauen oder eine SU-Schülerzeitung zu verteilen.

Nachrichten: Seit wann sind Sie politisch aktiv und warum haben Sie Lust auf Politik?

Altmann:
Mein Interesse begann Mitte der vergangenen Legislaturperiode, als die Bundesregierung meiner Meinung nach ziemlich planlos und chaotisch arbeitete. Es wuchs auch aus meinem Interesse an geschichtlichen und gesellschaftspolitischen Zusammenhängen. Außerdem bin ich der Meinung, dass man in einer Demokratie die Chance nutzen muss, mitzuarbeiten und mitzuentscheiden. Weil ich selbst etwas bewegen bin, bin ich in die JU und CDU eingetreten.

Nachrichten: Wie ist die Resonanz bei Ihren Mitschülern?

Altmann: Von den eher wenigen, die sich für Politik interessieren, sympathisieren die meisten mit Rot-Grün. Da necken wir uns schon mal, kommen jedoch gut miteinander klar. Schließlich geht es auch darum, gemeinsam etwas für das Klima an der Schule und für die Verbesserung der Lernbedingungen zu tun.

Nachrichten: Wenn Rot-Grün bei Ihren Mitschülern offenbar mehr angesagt ist, warum zog es Sie in die CDU?

Altmann: Es geht um Grundsätzliches, nicht um beliebige Trends. Ich bin überzeugt, dass Rot-Grün nicht in der Lage ist, eine vernünftige und zukunftssichere Wirtschafts- und Finanzpolitik zu leisten. Die Interessen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Auch in der Zuwanderungs-Diskussion stimme ich mit den Positionen der CDU überein und wünsche mir eher noch deutlichere Aussagen. Wir müssen unsere nationale Identität wieder gewinnen.

Nachrichten: Was bedeutet für Sie nationale Identität?

Altmann: Ich fühle mich als Patriot und Vollblut-Europäer in einem Europa, in dem Deutschland jedoch nicht zu kurz kommen soll. Es gibt vieles in unserer Geschichte, worauf wir sehr stolz sein können und wo wir Vorreiter für andere waren, wenn es um den Aufbau der Demokratie sowie um Kultur und Wohlstand geht. Unfassbar für mich ist, dass aus einem solchen Land eine Nazi-Diktatur mit all ihren Verbrechen werden konnte. Während dies natürlich nicht vergessen werden darf, müssen wir jedoch auch klar sagen, dass die Nachfolgegenerationen dies nicht zu verantworten haben. Auch deshalb sollte man in der Politik mitmischen, dass so etwas nie mehr passiert.

Nachrichten: Bevor es in die Politik geht, was wird Marwin Altmann in nächster Zeit an den Schulen bewegen?

Altmann: Die SU als Gemeinschaft will etwas bewegen. Jetzt, nach den Ferien, beginnen wir mit den Vorbereitungen für ein Benefizkonzert im Cornelius-Burgh-Gymnasium. Schülerbands können sich dort vorstellen. Es soll ein Pilotprojekt auch für andere Schulen sein. Weiter ist eine Unterschriftenaktion gegen die Landesschulpolitik und den Lehrermangel geplant sowie die kreisweite Herausgabe unserer SU-Schülerzeitung.