Holtum: Mantel der Muttergottes erstrahlt in neuem Glanz

Holtum : Mantel der Muttergottes erstrahlt in neuem Glanz

Die Holtumer können sich eigentlich nicht daran erinnern, dass ihre über die Kreisgrenzen bekannte „schwarze Madonna” jemals über Nacht außerhalb von Holtum war.

Dies war jetzt jedoch notwendig, da der Mönchengladbacher Hubert Schüler eine Neugestaltung des Königsmantels vornehmen musste. Die Arbeitsweise der Restaurierung erfolgte nach dem Motto: „Unikat-antik neu gefasst”. Ein von Hubert Schüler ausgefertigtes Zertifikat beschreibt den Königsmantel wie folgt:

Motiv: Symbol des althergebrachten Königsmantel mit dem Fisch (Ichthyos) sowie mit dem Wasser als Zeichen der Wiedergeburt durch die Taufe. Die Sterne deuten auf Maria als Himmelskönigin hin.

Material: wertvolle Diagonalseide, aquamarinblau, unterlegt mit royal-blauer Futterseide.

Ausführung: Antike Boullionsterne in aufwändiger Scherenschnitttechnik aus dem alten Mantel herausgeholt, neu eingestickt und mit Strasssteinen verziert. Japangold, Gold- und Silberfrisee, Pailletten, Strassstein und Perlen.

Hubert Schüler erwarb während seiner 35-jährigen Tätigkeit als Küster - zuletzt an St. Marien in Rheydt - autodidaktisch umfassende fachliche Kenntnisse in der Restaurierung und Herstellung alter und neuer Paramente. Ende der 60er Jahre richtete er sein erstes Atelier ein.

Als einziger Künstler in Europa beherrscht er die so genannte Haargoldtechnik in Lupenstickerei. Von der Entwurfzeichnung über den Schnitt bis hin zur Ausführung der Messgewänder liegt bei ihm alles in einer Hand.

Hubert Schüler arbeitet weltweit für kirchliche Würdenträger, insbesondere für den Kölner Kardinal Joachim Meisner. Im Jahre 1999 überreichte er in einer Privataudienz im Vatikan dem Heiligen Vater eine wertvolle Mitra aus seiner Werkstatt.

Hubert Schüler hat die Neuanfertigung des Mantels gerne übernommen. Nun möchte er auch das Gewand der Madonna, das jetzt nur gereinigt wurde, in Angriff nehmen. Wer das Gewand der Muttergottes zuletzt näher in Augenschein nehmen konnte - beispielsweise während der Oktav in der Glasvitrine - hat festgestellt, dass sich auch die Kleider in einem schlechten Zustand befanden.

Das blaue Übergewand war stark ausgebleicht. Die hochwertigen Stickereien sowie Goldborde im Saum lösten sich teilweise ab. Stoff und Stickereien des Untergewandes sind immer noch brüchig und teilweise verschlissen. Vorhandene Löcher werden durch geschickten Faltenwurf des Gewandes verdeckt.

Eine Restauration des Unterkleides ist aufgrund des schlechten Zustandes der Materialien nicht zu empfehlen und würde zu unverhältnismäßig hohen Kosten führen. Da der Kapellenvorstand die Ansicht des Holtumer Gnadenbildes gerne so erhalten möchten, wie es den Pilgern seit Jahrzehnten vertraut ist, soll Schüler nun eine möglichst identische und gleichwertige Neuanfertigung des fünfteiligen Gewandes herstellen.

Allerdings ist das sehr kostspielig. Der Kapellenvorstand bittet daher um Spenden auf das Konto Katholische Kirche Holtumer Kapelle, Konto-Nummer: 4202354, BLZ: 312 512 20 Kreissparkasse Heinsberg unter dem Stichwort „Spende für Gewand der Holtumer Mutter Gottes”. Spendenquittungen stellt das Pfarramt Beeck aus.