Hückelhoven: Mal eben um 140.000 Euro verrechnet

Hückelhoven : Mal eben um 140.000 Euro verrechnet

Ja, auch das gibts: Im Stadtrat werden Rekorde aufgestellt. „Das war die kürzeste Sitzung, seit ich Vorsitzender des Bauausschusses bin”, sagte Bernd Jansen exakt acht Minuten und siebenundfünfzig Sekunden nachdem er die Beschlussfähigkeit festgestellt hatte.

Da durften die Schüler der Hauptschule In der Schlee, die im Rahmen ihres Unterrichts wie immer von ihrer Lehrerin Angelika Thiemann begleitet wurden, die Handvoll interessierten Bürger sowie die Dame und der Herr der Presse schon wieder die Türe hinter sich schließen. Fortan tagten die Herren Stadtverordneten unter sich: Nicht öffentlich.

Dass diese 43. Sitzung des Bauausschusses der Stadt Hückelhoven in solcher Windeseile über die Bühne ging, lag auch daran, dass zwei Punkte, die eigentlich beraten werden sollten, kurzfristig - und dies zum wiederholten Male! - von der Tagesordnung gestrichen wurden: Beide hatten die Änderung des Flächennutzungsplans Ratheim, Millicher Straße/A46 zum Inhalt.

Auf die eigene Kappe

Das, was zur „Beratung” übrig blieb, war mit Erläuterungen der Verwaltung abgetan: Der Kostenansatz für den Baukörper IV im Rahmen der Renovierung der Hauptschule In der Schlee erhöht sich um 220.000 Euro bei den Baukosten. Davon nahm Helmut Holländer 140.000 Euro „auf meine Kappe”, weil er im Haushalt bei der Baukostenposition von falschen Voraussetzungen ausgegangen ist.

Der Kämmerer allerdings muss dafür sein Privatkonto nicht belasten: Die Ausschussmitglieder genehmigten die zusätzlichen Mittel. Einstimmig.

Auch bei den „losen” Einrichtungsgegenständen ist der Kämmerer bei der Aufstellung des Haushaltsplanes von falschen Voraussetzungen ausgegangen: Beim Haushaltsansatz von 275.000 Euro waren bei der Ausstattung der Computerräume eigentlich die Computer auch mit einkalkuliert. Das aber war ein Trugschluss. Für die 275.000 Euro gibts nur die Möbel. Die PCs kosten noch mal 55.000 Euro.